Offizielle Einweihung der Energiezentrale: Frank Estler und Werner Hölscher, beide swb Services, auf der linken Seite, Jan Fries, Staatsrat bei der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, und swb-Vorstandssprecher Dr. Karsten Schneiker durchtrennen das rote Band, Burkhard Bojazian und Simon Rott, beide geschäftsführende Gesellschafter von Justus Grosse Immobilienunternehmen, auf der rechten Seite (Quelle: swb)
Das Abwasser gelangt über unterirdische Leitungen von der Wärmeübertragerstation auf dem Hansewasser-Pumpwerk an der Senator-Apelt-Straße zur neuen, von der swb errichteten Energiezentrale. In dieser gewinnen zwei große Wärmepumpen Wärme aus Abwasser und leiten sie über ein Nahwärmenetz in die Gebäude des Quartiers. Damit werden alle neugebauten oder energetisch sanierten Gebäude effizient und nachhaltig beheizt. Im Sommer sorgt die Anlage zusätzlich für Kühlung im Bürogebäude „Forum“. Die Energie wird also doppelt genutzt: Wärme im Winter, Kälte im Sommer.
Dr. Karsten Schneiker, Vorstandssprecher der swb AG, erklärt: „Mit der Energiezentrale im Tabakquartier setzen wir ein weiteres Zeichen für die Energiewende in Bremen. Die Nutzung von Abwasserwärme zeigt, wie wir vorhandene Energiequellen intelligent und nachhaltig erschließen können. Zwei große Wärmepumpen mit einer Leistung von zusammen rund 1,2 MW versorgen das Quartier zuverlässig mit Wärme und Kälte – ganz ohne fossile Brennstoffe. Diese Kombination macht das Projekt zu einem Modell für die klimafreundliche Energieversorgung von Stadtquartieren. Gemeinsam mit unseren Partnern zeigen wir, dass Innovation, Klimaschutz und Versorgungssicherheit Hand in Hand gehen können.“
Burkhard Bojazian, geschäftsführender Gesellschafter von Justus Grosse, ergänzt: „Für uns als Quartiersentwickler ist Nachhaltigkeit ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit. Die Energiezentrale im Tabakquartier zeigt, wie durch partnerschaftliche Zusammenarbeit mit swb und Hansewasser zukunftsfähige Lösungen entstehen. Wir schaffen hier nicht nur moderne Gebäude, sondern ein Quartier, das Maßstäbe setzt – ökologisch, ökonomisch und sozial.“
Tabakquartier in Bremen-Woltmershausen
Mit dem Tabakquartier in Bremen-Woltmershausen entwickelt Justus Grosse seit 2018 das in Innenstadt- und Wesernähe gelegene über 20 ha große Areal der ehemaligen Martin Brinkmann Zigarettenfabrik zu einem Ort für Arbeit, Wohnen, Freizeit und Kultur. Einst war auf dem Gelände die größte Tabak-Produktionsstätte Europas mit mehr als 6.000 Mitarbeitenden beheimatet, heute ist das Tabakquartier eines der größten städtischen Entwicklungsgebiete Norddeutschlands.
Das nachhaltige Gesamtkonzept des Tabakquartiers wurde 2023 von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) mit dem DGNB-Gold-Vorzertifikat ausgezeichnet. Bis 2027 sollen die historischen Fabrik- und Speichergebäude umgestaltet und harmonisch durch Neubauten ergänzt werden. Viele Bereiche des Quartiers sind bereits umgesetzt, über 300 Unternehmen im Quartier ansässig und die ersten Bewohner eingezogen. Insgesamt investiert Justus Grosse rund 700 Mio. € in das Tabakquartier.