swb weiht das neue Blockheizkraftwerk am Standort Bremen-Hastedt ein

Einweihung des neuen swb-Blockheizkraftwerks (v.l.): Ulrich Franke, Gesamtprojektleiter Konsortium Uniper/Wärtsilä Finland, Gustav Hagström, Projektleiter Wärtsilä Finland, Kristina Vogt, Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation, Dr. Karsten Schneiker, swb-Vorstandssprecher, Olaf Busack, Projektleiter swb, Marcus Bol, Kraftwerksleiter Hastedt, swb Erzeugung (Quelle: swb)

Rund 140 Mio. € hat der swb-Konzern von der Grundsteinlegung im November 2020 bis zur Einweihung in die neue Anlage investiert. Die Projektpartner sind das Konsortium Uniper, Gelsenkirchen, und Wärtsilä, Finnland. Die neun Motoren von Wärtsilä können modular betrieben werden. Jeder einzelne Motor mit jeweils 20 Zylindern hat eine Leistung von 16.000 PS.

Das neue Kraftwerk ist technisch darauf ausgelegt, neben Erdgas auch Biomethan oder anteilig sogar Wasserstoff verwenden zu können. Das Projekt wurde planmäßig und innerhalb des vorgesehenen Investitionsrahmens realisiert. „Eine Leistung, auf die wir sehr stolz sind“, sagt Dr. Karsten Schneiker, swb-Vorstandssprecher.
Die Anlage ermöglicht jährlich eine Einsparung von rd. 550.000 t CO2, was einer Reduzierung der CO2-Emissionen am Standort Hastedt um etwa 70 % entspricht.

In wenigen Minuten von Null auf Volllast

„Mit dem Bau des neuen BHKW ist damit eine wesentliche Voraussetzung erfüllt, auch den dritten und letzten Kohleblock bei swb ersetzen zu können“, sagt Schneiker zu dem bisher bedeutendsten technischen Schwenk in der Erzeugungsstruktur des swb-Konzerns. „Gleichzeitig kann die Anlage einen wichtigen Beitrag zum Ausgleich der Schwankungen bei Wind- und Solareinspeisung leisten. Denn während das Starten eines herkömmlichen Kraftwerks einige Stunden in Anspruch nimmt, benötigt das BHKW nur wenige Minuten, um bis auf die volle elektrische Leistung hochzufahren.“

Das neue BHKW wird zusammen mit dem Müllheizkraftwerk in Findorff den Bremer Osten mit Fernwärme versorgen. Die neue Fernwärmeverbindungsleitung zwischen den beiden Standorten befindet sich in der letzten Bauphase und macht zukünftig einen flexiblen Betrieb und damit verbundene CO2-Einsparungen möglich.

Technik am Standort Bremen-Hastedt

swb rechnet beim BHKW mit jährlich rd 3.400 Vollbenutzungsstunden. Damit werden im effizienten Kraft-Wärme-Kopplungs-Prozess rd. 310 GWh Wärme und rd. 350 GWh Strom erzeugt. Anders als die bisherigen Kraftwerke hat das BHKW einen geschlossenen Kühlwasserkreislauf, sodass es keine Aufheizung der Weser verursacht.

Die Leitwarte von Block 15, dem derzeit noch betriebenen Steinkohleblock, wird für das BHKW weiter genutzt zur Überwachung der neuen Technik, zur Steuerung des Heizwerks Vahr und für die Kontrolle regenerativer Anlagen wie dem Weserkraftwerk. Die gasbefeuerten Spitzenkessel in Hastedt bleiben vorerst erhalten. Sie dienen der Sicherung der Wärmeversorgung bei einem möglichen Ausfall des BHKW und der Absicherung von Verbrauchsspitzen bei sehr kalter Witterung.

EHP-Redaktion

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