In einem offenen Brief appellieren rund 200 Unternehmen der Energie- und Wasserwirtschaft an die zuständigen Bundesministerien, die 450-MHz-Frequenzen der Energie- und Wasserwirtschaft zuzusprechen.

Als Betreiber kritischer Infrastrukturen benötigen die Unternehmen der Energie- und Wasserwirtschaft sichere, flächendeckende, hochverfügbare und kosteneffiziente Kommunikationssysteme. (Quelle: N‑Ergie)

Für die künftigen Herausforderungen der Energiewirtschaft als Betreiber kritischer Infrastrukturen ist ein exklusives Funknetz im Bereich der 450-MHz-Frequenzen notwendig. Zu diesem Ergebnis kommt nicht nur die Energie- und Wasserwirtschaft selbst. Auch der Beirat der BNetzA hat sich am 23. September 2019 einstimmig für die Nutzung der 450-MHz-Frequenzen für Anwendungen der Energiewirtschaft ausgesprochen. Daher fordern jetzt rund 200 Unternehmen der Energie- und Wasserwirtschaft in einem offenen Brief den Start des Vergabeverfahrens durch die BNetzA und die Zuteilung der 450-MHz-Frequenzen.

Als Betreiber kritischer Infrastrukturen benötigen die Unternehmen der Energie- und Wasserwirtschaft sichere, flächendeckende, hochverfügbare und kosteneffiziente Kommunikationssysteme. Nur so erhalten sie hochqualitative Daten über den Zustand der Netze sowie über das Erzeugungs- und Verbrauchsverhalten in Echtzeit. Die technischen Anforderungen an solche Kommunikationstechnologien sind sehr hoch. Sie müssen leistungsfähig, sicher sowie flächendeckend hoch verfügbar sein und - im Bereich der Netzsteuerung - auch im Schwarzfall absolut zuverlässig funktionieren. Besonders die Integration von Millionen dezentraler Erzeuger und Speicher sowie neue Stromverbraucher wie die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge sowie Wärmepumpen erfordern zunehmend eine aktivere Überwachung und Steuerung der Stromnetze.

Keine Alternative zu 450-MHz-Frequenzen

Diese Anforderungen der Energiewirtschaft können am besten in einem exklusiven Funknetz im Frequenzbereich von 450 MHz erfüllt werden. Ein solches Funknetz bietet aufgrund der Frequenzeigenschaften die notwendige Gebäudedurchdringung und erfordert zudem verhältnismäßig wenig Antennenstandorte in der Fläche. Dadurch ist es im Vergleich zu anderen Funknetzen nicht nur technisch besser geeignet, sondern lässt sich auch deutlich einfacher und kostengünstiger errichten und betreiben.

Allerdings konnte bisher nicht das erforderliche Einvernehmen mit Bund und Ländern hergestellt werden, da letztere sowie das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) ebenfalls für diese Frequenzen Bedarf der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) angemeldet haben. Diese verfügen jedoch bereits über diverse exklusive Frequenzzuteilungen, beispielsweise im Bereich 700 MHz.

ew-Redaktion

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