Bayernwerk Netz nimmt die Einspeisesteckdose in Niederviehbach in Betrieb (v.l.): Bürgermeister Johann Birkner, Bayernwerk-CEO Dr. Egon Leo Westphal, Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Thilo Hoffmann (Projektleitung Umspannwerke).

Bayernwerk Netz nimmt die Einspeisesteckdose in Niederviehbach in Betrieb (v.l.): Bürgermeister Johann Birkner, Bayernwerk-CEO Dr. Egon Leo Westphal, Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Thilo Hoffmann (Projektleitung Umspannwerke). (Bildquelle: Bayernwerk)

Mit diesem Verfahren soll der Stromnetzausbau künftig besser mit dem Ausbau von Windenergie- und PV-Anlagen synchronisiert werden, erklärte Bayernwerk-Vorstandsvorsitzender Dr. Egon Leo Westphal. „Unser Konzept der Einspeisesteckdose funktioniert. Damit aus dem Pilotprojekt eine Standardlösung werden kann, brauchen wir über den ersten erfolgreichen Test hinaus neue Regeln auf Bundesebene. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) muss Cluster-Anlagen wie die Einspeisesteckdose berücksichtigen. So könnten wir als Netzbetreiber künftig vorausschauend Kapazitäten schaffen und Anfragen gezielt in Regionen mit vorhandener Infrastruktur lenken“, erklärt Egon Leo Westphal. Bisher dürfen gemäß dem EEG-Standardverfahren Netzbetreiber erst auf Anfrage reagieren und müssen jeden Netzanschlussantrag einzeln bearbeiten.

Beim Pilotprojekt in Niederviehbach hat die Bayernwerk Netz zunächst 80 Megawatt (MW) freie Anschlussleistung ausgeschrieben. Davon waren 90 Prozent bereits am ersten Tag vergeben. Da nicht alle angeschlossenen PV-Anlagen gleichzeitig ihre volle Leistung einspeisen, kann das Umspannwerk aufgrund sogenannter Überbauung insgesamt rund 112 MW aufnehmen. Die Bayernwerk Tochter und die EON-Konzernschwester LEW Verteilnetz (LVN) haben das Konzept der Einspeisesteckdose gemeinsam entwickelt. Eine ähnliche Anlage der LVN ist im Oktober ans Netz gegangen.

Regionales Energiesystem in Niederbayern

Bayernwerk-Chef Egon Leo Westphal betonte den regionalen Nutzen: „Mit der Einspeisesteckdose haben wir es in Rekordzeit vom Reißbrett in die Realität geschafft.“ In Niederbayern speisen bereits über 175.000 PV-Anlagen mit rund 4.500 Megawatt Leistung in das Bayernwerk-Netz ein. Das neue Umspannwerk ist ein zusätzlicher Knotenpunkt, um diese Mengen gezielt zu großen niederbayerischen Lastzentren wie den Standorten der Automobilindustrie zu bringen. „Zusammen mit einem geplanten Großspeicher am Kraftwerkstandort in Landshut entsteht ein regionales Energiesystem, das die Verteilung von erneuerbarer Energie von den Erzeugern zu den Verbrauchern zuverlässig möglich macht und die Versorgungssicherheit stärkt“, ist Egon Leo Westphal überzeugt.

ew-Redaktion

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