Wie beim Vorgängerprojekt grid-control steht auch beim Projekt flexQgrid die Gelbphase im Rahmen der Netzampellogik im Mittelpunkt: Dabei gilt es, mithilfe innovativer Technik mit Marktlösungen Netzengpässe zu vermeiden.

Wie beim Vorgängerprojekt grid-control steht auch beim Projekt flexQgrid die Gelbphase im Rahmen der Netzampellogik im Mittelpunkt: Dabei gilt es, mithilfe innovativer Technik mit Marktlösungen Netzengpässe zu vermeiden. (Quelle: Netze BW)

Für den Technischen Geschäftsführer der Netze BW, Martin Konermann, „findet die Energiewende wesentlich in den Verteilnetzen statt“. Um diese mithilfe von Innovationen entsprechend fit machen zu können, betreibe die EnBW-Tochter seit Jahren enorme Forschungsarbeit. „Erfolgreiche Tests zu betrieblich nutzbaren Standardlösungen weiterentwickeln – das ist das Ziel des neuen Projekts flexQgrid“, betont Konermann zum Start des Forschungsprojekts.

Auch Thomas Bareiß, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, setzt darauf, dass „intelligente Technik wesentlich dazu beiträgt, die Energiewende in den Netzen nachhaltig zu steuern. Der Schritt von der Lösung im Labormaßstab hin zur Anwendungsreife erweist sich bei Innovationen immer wieder als entscheidend“.

Netzampelkonzept setzt Rahmen für flexQgrid

Bereits in dem Vorgängerprojekt grid-control hatte Netze BW mit Projektpartnern in der Gemeinde Freiamt Konzepte und Lösungen entwickelt, um Strom aus erneuerbaren Energien und neue, steuerbare Verbraucher intelligent ins Netz zu integrieren. Bei dem auf drei Jahre angelegten Projekt flexQgrid sollen jetzt erneut Verteilnetz, regionale Stromerzeugung, steuerbare Verbraucher und Marktteilnehmer wie Aggregatoren zusammenspielen. Im Mittelpunkt steht laut Projektleiterin Carmen Exner der zwölfmonatige Feldtest ab August 2021, für den das Netzampelkonzept den Rahmen setzt.

Einbezogen sind zwei Mittel- und voraussichtlich drei Niederspannungsnetze mit flexiblen Verbrauchern wie Wärmepumpen, Batteriespeichern und Elektrofahrzeugen. Vor allem diese könnten künftig aufgrund ihrer hohen Gleichzeitigkeit die Auslastung der Netze erheblich verstärken. Wird ein Engpass prognostiziert und es kommt zur „Gelbphase“, dann gilt es über Freigabequoten für Erzeugungs- oder Verbrauchsanlagen die Ampelfarbe „Rot“ und damit einen Eingriff des Netzbetreibers zu vermeiden. Lassen sich die Methoden zur Steuerung flächendeckend anwenden, könnten sie angesichts des Wegfalls großer Kraftwerke zur Stützung der vorgelagerten Spannungsebenen beitragen.

Außer der Netze BW beteiligen sich aus Wirtschaft und Forschung folgende Partner an dem Projekt flexQgrid:

  • Fichtner IT Consulting, Stuttgart
  • Forschungszentrum Informatik (FZI), Karlsruhe
  • Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Karlsruhe
  • Universität Stuttgart
  • PSI Software, Berlin (neu)
  • Blockinfinity, Karlsruhe (neu)
  • Entelios, München (neu)
  • PRE distribuce (CZ-Prag, assoz.)
ew-Redaktion

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