Über 106 Meter Länge gräbt sich derzeit eine Vortriebsmaschine von einem 13 Meter tiefen Startschacht unter der Hafenbahn in Altenwerder durch. Dort legen die Hamburger Energienetze dann die Wasserstoffversorgung für die Industrie in den Hafengebieten Waltershof, Altenwerder und Finkenwerder. (Bildquelle: Hamburger Energienetze)
In den vergangenen Monaten haben die Hamburger Energienetze den Start- und den Zielschacht für den Tunnelvortrieb errichtet. Die beiden zylindrischen Baugruben bestehen aus Betonpfahl-Ringwänden und haben einen Durchmesser von über sieben Metern. Am tiefsten Punkt erreichen sie fast 13 Meter – liegen also weit tiefer als die Gründung der Eisenbahnunterführung. Ein Kran hob nun die Vortriebsmaschine in den Startschacht. Von dort aus gräbt sie sich horizontal durchs Erdreich, während Stahlbetonrohre mit Hydraulikpressen dem Bohrkopf folgend in den Bohrkanal getrieben werden. Nach Abschluss des Vortriebes hebt der Kran den Bohrkopf und die Vortriebspresse wieder aus den beiden Baugruben heraus.
Neben dem eigentlichen Wasserstoffrohr wird der Tunnel auch Strom- und Messkabel unter der Bahn führen, die für den Betrieb des Wasserstoffnetzes benötigt werden, um dessen digitale Steuerung und Überwachung sicherzustellen. Die Hamburger Energienetze werden die Wasserstoffleitung nach Altenwerder mitsamt dem Tunnel bis zum Sommer 2026 fertigstellen.
Michael Dammann, Technischer Geschäftsführer der Hamburger Energienetze, sieht in solchen Bauverfahren eine Entlastung für den Verkehr: „Mit Tunnelvortrieben wie in Altenwerder bauen wir schonend für den im Hafen wichtigen Güterverkehr. Der Bahnbetrieb läuft während der Baumaßnahme weiter wie gehabt. Auch die nahe an der Baustelle verlaufende Straße Vollhöfner Weiden, die zeitweise als A7-Ausweichstrecke benötigt wird, bleibt mit je einer Spur in beiden Richtungen befahrbar.“