Über 100 Teilnehmende informierten sich auf dem Kundentag 2023 von Digimondo über die Einsatzbereiche der IoT-Plattform niotix. (Quelle: Digimondo)
Gleich mehrere Vorträge befassten sich auf dem Digimondo-Kundentag 2023 genau mit diesem Thema und zeigten praxisorientierte Lösungen auf. „Mit der IoT-Plattform niotix versetzen wir unsere Kunden auf mehreren Ebenen in die Lage, ihre Netze effektiver zu betreiben. Die zentrale Drehscheibe niotix ist der Sammelpunkt für alle Daten, die als Basis für die Simulation, Steuerung und Netzplanung in nachfolgenden Systemen genutzt werden können“, betont Digimondo-Geschäftsführer Christopher Rath. Das Interesse an der Internet-of-Things-Plattform von Digimondo dokumentieren auch zwei Zahlen: Mit über 100 Teilnehmenden und einem Dutzend Partnerfirmen fand der Kundentag in der Hamburger Speicherstadt Zulauf wie noch nie.
IoT-Plattform niotix wird zum Game Changer im Netzmanagement
Praxisbeispiel 1: Konstantin Ott von der enercity Netz GmbH berichtete über die Erfahrungen beim Rollout IoT-basierter Sensoren in Ortsnetzstationen. Mehr als 350 dieser Stationen hat der Netzbetreiber mittlerweile in das Monitoring-System integriert. Zu den Vorteilen zählt unter anderem, dass der Inspektionszyklus von anderthalb auf acht Jahre erweitert werden konnte und je Inspektion zwei Arbeitsstunden eingespart werden.
Praxisbeispiel 2: Bei der SWO Netz GmbH in Osnabrück wurde die IoT-Plattform niotix End-to End mit der IEC-Netzleitstelle gekoppelt. Dort laufen Betriebszustandsinformationen aus Ortsnetzstationen, Gasdruckregelanlagen und Grundwassermessstellen über niotix ein, was ein effektives Monitoring ermöglicht und die Reaktionszeiten bei Störungsszenarien reduziert. Tim Klausmeyer, Plattformmanager IoT bei SWO Netz, stellte vor, wie die Systemverbindung technisch funktioniert und zeigte auf, dass mit dieser Schnittstelle jegliche Arten von Daten einfach und sicher in die Netzleitstellensoftware weitergeleitet werden können.
Praxisbeispiel 3: Die ITS Informationstechnik Service GmbH hat eine Vollintegration von niotix in ihr Lovion BIS realisiert. Wie Marc Holzapfel und Jörg Klärner zeigten, entsteht durch die Einbindung von IoT-Sensorik ein digitaler Zwilling von Anlagen, Betriebsmitteln und der Netztopologie. Lovion Grid Control, so der Name der erweiterten Lösung, ermöglicht im Betriebsinformationssystem einen Online-Zugriff auf den Digitalen Zwilling bis hinunter auf einzelne Sensoren. Via niotix-Dashboard im Lovion-System lässt sich das Geschehen im Niederspannungsnetz quasi live verfolgen. Durch die Vollintegration zwischen der statischen BIS-Welt und der dynamischen IoT-Welt werden Sensordaten direkt in der bestehenden Betriebsmitteldatenbank darstellbar und auswertbar. Gleichzeitig kann ein vollintegrierter End-2-End Prozess zur Entstörung von Anlagen im normalen Workforce-Management-System abgebildet werden. Die Fachanwender in den Netzabteilungen können auf diese Weise mit ihren gewohnten Fachsystemen weiterarbeiten.
Praxisbeispiel 4: Prozessintegration stand auch beim Vortrag von Florian Kury, Ann-Kathrin Thunig und Mert Karakaya von PwC Deutschland im Fokus – in diesem Fall das End-to-End-Zusammenwirken von niotix und SAP EAM auf S/4HANA Basis bei Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten, konkret bei Ausfall einer Transformatorstation. Vom Einsatz der Sensorik, über das Monitoring in niotix und der dadurch möglichen Fernüberwachung bis zur Integration der Echtzeitdaten in SAP EAM wird ein lückenloser Prozess ermöglicht, der eine Vielzahl von Mehrwerten mit sich bringt.
Auch der Übersichtsvortrag zu aktuellen regulatorischen Herausforderungen von Alexander Sommer von der items GmbH & Co. KG machte deutlich, dass an der Digitalisierung der Netze – und damit der Integration von Information Technology (IT) und Operational Technology (OT) – kein Weg vorbeiführt. Schließlich können nur so die vielfältigen Herausforderungen durch die Dekarbonisierung des Versorgungssystems und die Sektorenkopplung bewältigt werden.
IoT-Plattform niotix – Alleskönner im kommunalen Umfeld
IoT-Lösungen und niotix eignen sich gleichwohl für viele weitere Anwendungen: Dennis Faulhaber von den Stadtwerken Flensburg stellte mit der neuen wM-Bus-Funktionalität in niotix vor, wie sein Unternehmen Zählerdatenerfassung mittels IoT digitalisiert, welche Herausforderungen dabei zu bewältigen waren und welche Erfolge bereits erzielt wurden.
Der niotix.wMBus Decoder ermöglicht durch Hardware-Unabhängigkeit und eine Vollintegration der OMS-Nachrichten eine herstellerunabhängige und einfache Integration von wMBus-Geräten. Esther Euteneuer und Dominik Fischer von der Digital-Agentur Heidelberg berichteten über die in ihrer Stadt realisierte End-to-End-Lösung im Submetering. Marc Dräger von der Badenova Netze GmbH erläuterte, wie sein Unternehmen IoT-Wasserzähler ausgerollt hat und wie per LoRaWAN Daten übermittelt werden. Martin Lempfert von den Stadtwerken Lübeck wiederum berichtete über den Vorteil des IoT-Einsatzes im kommunalen Raum. Beispielhaft stellte er die Use-Cases Besucherzählung am verkaufsoffenen Sonntag, Starkregen, Baustellen-Tracking und Parkraum-Management vor.
„Kein Zweifel – das Internet der Dinge erobert Stadtwerke und Kommunen“, bilanzierte Christopher Rath. „Und der Rollout legt ein atemberaubendes Tempo vor. Innerhalb eines Jahres haben wir die Zahl der mit niotix verwalteten Sensoren um mehr als 150 % gesteigert. Vor allem Netzthemen im Zuge der Energiewende stehen im Fokus. Unser Kundentag hat das eindrucksvoll belegt. Wer dabei war, staunte über die Vielzahl der Lösungen, den Einfallsreichtum der Agierenden, spürte die Marktdynamik, erlebte die Aufbruchsstimmung und Begeisterung. Wir freuen uns bereits jetzt auf den Digimondo-Kundentag im nächsten Jahr. “