Umspannwerk Donnstetten: EnBW und Netze BW machen ihre Infrastruktur fit für künftige Hitzesommer. (Bild: Netze BW)
Die jüngste Hitzewelle hat erneut gezeigt, wie sehr hohe Temperaturen und Niedrigwasser die Energieinfrastruktur unter Druck setzen. Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) begegnet diesen Belastungen systematisch und vorausschauend – statt erst im Ernstfall zu reagieren. Damit stärkt sie die Widerstandsfähigkeit ihrer Anlagen und Netze langfristig.
Dahinter steht eine eigene, extern geprüfte Methodik: Mithilfe anerkannter Klimaszenarien des Weltklimarats (IPCC) bewertet das Energieunternehmen gezielt die Empfindlichkeit jeder Anlage – über mehr als 2.000 Standorte und 15 Kategorien hinweg, mit einem Zeithorizont bis ins Jahr 2100. Dabei verknüpft die EnBW die erwartete Klimabelastung mit der jeweiligen Verwundbarkeit der Anlagen und leitet daraus konkrete Risiken ab; rund 45.000 Datenpunkte sind in die Modellierung eingeflossen. Ein zentrales Ergebnis: Hitzetage und thermische Belastungen nehmen im gesamten Portfolio zu. Umspannwerke gehören dabei zu den am stärksten betroffenen Anlagen.
Dr. Lothar Rieth, Leiter Nachhaltigkeit der EnBW: „Wir handeln vorausschauend statt reaktiv. Klimarisiken systematisch zu bewerten, ist Teil unserer Verantwortung – das schützt unsere Anlagen und letztlich die Menschen, die auf verlässliche Stromversorgung angewiesen sind. Klimaanpassung ist deshalb ökologisch und ökonomisch sinnvoll."
Von der Klimaanalyse zur konkreten Vorsorge
Wie aus der Modellierung handfeste Vorsorge wird, zeigt sich in Erzeugung und Netz. Auf der Erzeugungsseite sind die neuen wasserstofffähigen Kraftwerke (H2-ready) gezielt so ausgelegt, dass sie auch bei hohen Flusstemperaturen und Niedrigwasser leistungsfähig bleiben.
Andreas Mühlig, Leiter Erzeugung und Betrieb der EnBW, mit Blick auf Hitze und Niedrigwasser: „Wir beobachten Flusstemperaturen und Pegelstände kontinuierlich und passen den Betrieb unserer Anlagen bei Bedarf an. Unsere wasserstofffähigen Kraftwerke arbeiten zudem mit Kreislaufkühlung – das macht sie deutlich unabhängiger von Temperatur und Pegel der Flüsse und damit auch bei Extremwetter zuverlässiger verfügbar."
Auch im Netz wird die Vorsorge konkret: Die neuen Umspannwerke Schelklingen und Steinsfurth sind auf bis zu 45 °C ausgelegt und haben ein eigenes Kühlkonzept für die Sekundärtechnik. Hinzu kommen engmaschiges Monitoring und geprüfte Flutvorsorge an den Standorten. Das Netz ist zudem bewusst mit Reserven geplant: Fällt ein Betriebsmittel aus, übernimmt automatisch ein anderes. Die Ergebnisse der Klimamodellierung fließen bereits heute in die Netzplanung ein. Ab 2027 entstehen auf dieser Grundlage weitere gezielt klimaresilient ausgelegte Anlagen. So bleibt die Versorgung auch in künftigen Hitzesommern verlässlich.