Die neue F-Gas-freie Ringkabelschaltanlage 8DJH 24 ist seit Herbst 2020 im Rahmen einer Entwicklungskooperation mit Netze BW in einer Ortsnetzstation im Oberallgäu im Einsatz.

Die neue F-Gas-freie Ringkabelschaltanlage 8DJH 24 ist seit Herbst 2020 im Rahmen einer Entwicklungskooperation mit Netze BW in einer Ortsnetzstation im Oberallgäu im Einsatz. (Quelle: Siemens)

Siemens Smart Infrastructure bringt mit dem Typ 8DJH 24 eine vollständig fluorgasfreie Ringkabelschaltanlage (RMU) für Netzspannungen bis zu 24 Kilovolt auf den Markt. Die Mittelspannungs-Schaltanlage für die sekundäre elektrische Verteilung hat im Vergleich zur Variante mit Schwefelhexafluorid (SF6) die gleichen kompakten Abmessungen und nutzt das klimaneutrale Isoliermedium “Clean Air“, das ausschließlich aus natürlichen Bestandteilen der Umgebungsluft besteht. Herzstück der Anlage ist ein Dreistellungs-Lasttrennschalter mit Vakuumschaltröhre im Nebenstrompfad (Blue Switch).

Siemens verzichtet bei der technologischen Neuentwicklung nicht nur auf SF6 als Isoliermedium, sondern auf jegliche Gasgemische, die auf Fluor basieren (F-Gase). Die neue Lastschaltanlage verringert damit den CO2-Fußabdruck auch bei Netzbetreibern. Weitere Vorteile sind die einfache und sichere Handhabung beim Umgang mit der Schaltanlage und deren unkompliziertes Recycling am Ende der Lebensdauer. Eine erste Anlage dieser Neuentwicklung ist seit Herbst 2020 im Rahmen einer Entwicklungskooperation mit der Netze BW in einer Ortsnetzstation im Oberallgäu im Einsatz.

Ringkabelschaltanlage für Spannungen bis 24 Kilovolt

„Wir setzen neue Maßstäbe, indem wir eine vollständig fluorgasfreie Ringkabelschaltanlage für Spannungen bis zu 24 Kilovolt anbieten. Diese Neuentwicklung ermöglicht unseren Kunden eine nachhaltige und gleichzeitig zukunftssichere Energieverteilung”, sagt Stephan May, CEO der Business Unit Distribution Systems bei Siemens Smart Infrastructure. „Bei Siemens sind wir davon überzeugt, dass der einzig richtige technologische Ansatz darin besteht, Fluorgase vollständig zu ersetzen. Deshalb verzichten wir nicht nur auf das Klimagas SF6, sondern auf sämtliche F-Gase und chemische Zusätze.“

Siemens entwickelte die neue Ringkabelschaltanlage für den Einsatz in öffentlichen und industriellen Energienetzen der sekundären Verteilungsebene. Zu den Anwendungsgebieten gehören Ortsnetz-, Übergabe- und Schaltstationen von Energieversorgungsunternehmen ebenso wie Industrie- und Infrastruktureinrichtungen.

Mit der Neuentwicklung macht Siemens eine umweltschonende und zukunftssichere Energieverteilung für den breiten Markt möglich. Lastschaltanlagen der sekundären Verteilebene mit Netzspannung bis zu 24 Kilovolt machen dort rund 80 Prozent der Anlagen in Europa aus. Der Trend zu dezentralen Energiesystemen führt gleichzeitig zu einem steigenden Bedarf, die Verteilnetze optimal zu steuern, überwachen und auszulasten. Ergänzend zur hohen Umweltverträglichkeit ermöglichen es digitale Anwendungen, die neue Lastschaltanlage zukunftssicher und kosteneffizient für die Anforderungen der dezentralen Netze zu konfigurieren. Die Ringkabelschaltanlage ist fernsteuerbar, kommunikationsfähig und kann an IoT-Plattformen wie MindSphere, das cloudbasierte, offene IoT-Betriebssystem von Siemens, und andere Systeme angebunden werden.

Die neue 24-kV-Lastschaltanlage erweitert das Portfolio der blue GIS Schaltanlagen von Siemens. Alle Anlagen sind fluorgasfrei und mit der klimaneutralen Clean-Air-Isolation sowie Vakuumtechnologie ausgestattet. Die erste Schaltanlage für die Primärtechnik für Netzspannungen bis zu 12 Kilovolt brachte Siemens im Jahr 2018 als Typ 8DAB 12 auf den Markt. Im Frühjahr 2019 folgte der Typ 8DJH 12 für die sekundäre Verteilebene. Die Anlage NXPLUS C 24 mit einer Bemessungsspannung von 24 Kilovolt folgte im Frühjahr 2020. Siemens plant als nächsten Schritt, sein fluorgasfreies Mittelspannungsportfolio mit Produkten bis zur Spannungsebene von 36 Kilovolt zu komplettieren. Auch diese Neuentwicklungen werden technologisch mit Clean-Air-Isolation, Vakuumtechnologie sowie allen bewährten Vorteilen von gasisolierten Schaltanlagen umgesetzt.

ew-Redaktion

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