Im Rahmen der Typprüfung wurde ein 320-kV-HVDC-Kabelsystem geprüft, bestehend aus zwei fluid-gefüllten Freiluftendverschlüssen mit Verbundisolatoren, einer Aufziehmuffe mit EPDM-Muffenkörper sowie einem Hochspannungskabel. (Bildquelle: Pfisterer)
„Für die Energiebranche ist das ein wichtiger Schritt: Erstmals wird ein unabhängiger Garnituren-Lieferant in der Lage sein, kabelherstellerübergreifend HVDC-Garnituren weltweit anzubieten. Pfisterer wird so zu einem Enabler, der zahlreichen international agierenden Kabelherstellern den Einstieg in den HVDC-Markt ermöglicht“, erklärt Dr. Konstantin Kurfiss, Mitglied des Vorstands der Pfisterer Holding SE.
Die Nachfrage nach HVDC-Systemen soll in den kommenden Jahren stark steigen. Grund dafür ist der weltweite Ausbau erneuerbarer Energien, der grenzüberschreitende Transport großer Energiemengen über weite Distanzen sowie die steigende Integration von Offshore-Windparks in die Stromnetze. HVDC gilt hierbei als Schlüsseltechnologie.
Im Rahmen der Typprüfung wurde ein 320-kV-HVDC-Kabelsystem geprüft, bestehend aus zwei fluid-gefüllten Freiluftendverschlüssen mit Verbundisolatoren, einer Aufziehmuffe mit EPDM-Muffenkörper sowie einem Hochspannungskabel. Die Tests erfolgten gemäß der internationalen Norm IEC 62895. „Der erfolgreiche Abschluss dieser Tests zeigt die hohe Zuverlässigkeit unserer HVDC-Kabelgarnituren. Wir sind stolz darauf, einen Beitrag zur Gestaltung der Stromnetze von morgen zu leisten“, betont Fabrice Jedrej, Head of HVDC bei Pfisterer.
Im nächsten Schritt wird eine Präqualifizierungsprüfung durchgeführt, die die Langzeitstabilität des entwickelten HVDC-Systems sicherstellt und eine weitere Grundlage für den weltweiten Einsatz bildet. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen intensiv an neuen Werkstoffentwicklungen für innovative HVDC-Isoliersysteme und an der Schaffung eines eigenen HVDC-Stecksystems, das flexible und zuverlässige Verbindungen ermöglicht. Mit dem im Aufbau befindlichen HVDC-Qualifizierungszentrum will das Unternehmen seine Kompetenzen weiter stärken und so den globalen Ausbau zukunftsfähiger Energienetze aktiv unterstützen.