Auch künftig muss das sehr hohe Niveau der Versorgungszuverlässigkeit im Übertragungsnetz beibehalten werden.

Auch künftig muss das sehr hohe Niveau der Versorgungszuverlässigkeit im Übertragungsnetz beibehalten werden. (Quelle: Martin Heinrichs)

Leitungen und Transformatoren im Übertragungsnetz, die zur Sicherstellung der (n – 1)-Sicherheit häufig deutlich unter der Belastungsgrenze betrieben werden, könnten höher ausgelastet werden. So würden sich Netzausbaumaßnahmen im Übertragungsnetz reduzieren oder sogar vermeiden lassen. Ein Schlüssel dazu ist die kurative Sicherstellung der (n – 1)-Sicherheit durch Systemautomatiken, die erst im Fehlerfall zum Einsatz kommen. Das bisherige, sehr hohe Niveau der Versorgungszuverlässigkeit im Übertragungsnetz, das durch präventive Maßnahmen erreicht wird, sollte bei Nutzung von Systemautomatiken nicht sinken.

Daher haben der Lehrstuhl für Elektrische Energieversorgungstechnik der Bergischen Universität Wuppertal und der Übertragungsnetzbetreiber Tennet TSO GmbH die Zuverlässigkeit ausgewählter Systemautomatiken analysiert und das Risiko für Überlastungen beim Einsatz von präventiven und kurativen Maßnahmen im Übertragungsnetz verglichen.

Die Untersuchung zeigt, dass bei einem Einsatz von Systemautomatiken die Anforderungen an die Kommunikationsinfrastruktur deutlich steigen. Ihrer Zuverlässigkeit kommt eine wesentliche Bedeutung zu. Ebenso ist die Abstimmung von Systemautomatiken, die überschneidende Netzbereiche überwachen, erforderlich. Vor allem durch die Redundanz der Überwachung und Messung sowie aufgrund der hohen Verfügbarkeit der Kommunikation im Übertragungsnetz legen die Ergebnisse jedoch nahe, dass das Risiko von Überlastsituationen im Übertragungsnetz bei Verwendung des kurativen Betriebsansatzes auf einem ausgesprochen niedrigen und mit dem präventiven Ansatz vergleichbaren Risikoniveau liegt.

Damit sind – für die in der Studie untersuchten Anwendungsfälle – der präventive und kurative Ansatz auf Übertragungsnetzebene hinsichtlich des Risikos einer Überlastung als gleichwertig zu bewerten.

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