Mit dem neuen 2-GW-Plattformdesign will Tennet den Offshore-Netzausbau maßgeblich beschleunigen und effizienter gestalten.

Mit dem neuen 2-GW-Plattformdesign will Tennet den Offshore-Netzausbau maßgeblich beschleunigen und effizienter gestalten. (Quelle: Tennet)

Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet hat die see- sowie landseitigen Konverterstationen, inklusive HGÜ-Technologie, für insgesamt elf Offshore-Netzanbindungssysteme in Deutschland und den Niederlanden im Rahmen der im August 2022 gestarteten Offshore-Großausschreibung vergeben. Die Gesamtkapazität dieser elf Systeme, die zwischen 2029 bis 2031 realisiert werden sollen, umfasst 22 Gigawatt.

Der neu entwickelte Standard rund um die 2-GW-Offshore-Plattformen sowie das neu zertifizierte 525-kV-Kabelsystem, die im Rahmen des 2-GW-Programms von Tennet hervorgegangen sind, sollen den Offshore-Netzausbau maßgeblich beschleunigen und effizienter gestalten. Tim Meyerjürgens, COO bei Tennet: „Mit der Vergabe unserer Offshore-Großausschreibung senden wir erneut ein starkes Signal in den Markt und bekräftigen unsere Rolle als führender Offshore-Übertragungsnetzbetreiber in der EU. Die Dimension dieser Ausschreibungsvergabe ist in Europa für unsere Branche in der Form bislang einzigartig. In Deutschland vergeben wir in zwei Schritten insgesamt zwölf Gigawatt Übertragungskapazität, in den Niederlanden 16 Gigawatt.“

Die Vergabe der Großausschreibung im Detail

Hitachi Energy/Petrofac haben den Zuschlag für fünf niederländische Projekte erhalten, die in Borssele (IJmuiden Ver Alpha, Nederwiek 1), Eemshaven (Doordewind 1 und Doordewind 2) und Geertruidenberg oder Moerdijk (Nederwiek 3) angeschlossen werden sollen. Diese Kooperation wird auch den deutschen Anschluss LanWin5 realisieren, der im Raum Rastede angeschlossen werden soll.

GE/SMOP haben den Zuschlag für drei niederländische Projekte erhalten, die in Maasvlakte, Rotterdam, angeschlossen werden sollen (IJmuiden Ver Beta, IJmuiden Ver Gamma und Nederwiek 2).

GE/McDermott werden die entsprechenden Komponenten für die deutschen Offshore-Projekte BalWin4 und LanWin1 realisieren, die in Unterweser angeschlossen werden.

Darüber hinaus plant Tennet, dass drei weitere deutsche, Projekte BalWin3, LanWin4 (beide mit Anschluss an das Onshore-Netz in Wilhelmshaven) und LanWin2 (Anschluss im Raum Heide) zeitnah vergeben werden. Diese Verbindungen werden zusätzliche sechs Gigawatt an Übertragungskapazität zu den aktuellen deutschen Vergaben zur Verfügung stellen.

Alle Rahmenvereinbarung gelten sowohl für die Offshore- sowie Onshore-Konverterstationen und die damit verbundene HGÜ-Technik, die eine bidirektionale Umwandlung von Gleich- und Wechselstrom ermöglicht. Die beauftragten Lieferanten werden ab sofort mit den vorbereitenden Arbeiten der Projekte beginnen. Damit wollen die Unternehmen sicherstellen, dass die Projekte im Zuge der Rahmenvereinbarung zielgenau zwischen 2029 und 2031 beliefert werden können. Das Gesamtvolumen der Aufträge für die Komponenten der insgesamt elf Systeme beläuft sich auf rund 24 Milliarden Euro.

Marco Kuijpers, Director Large Projects Offshore bei Tennet: „Unser neuer langfristiger Ansatz bei Ausschreibung und Vergabe unserer 2-GW-Offshore-Projekte geht Hand in Hand mit einem grundlegenden Wertewandel: starke, langfristige Partnerschaften. Dieser Ansatz ermöglicht allen Parteien mehr Flexibilität bei gleichzeitig mehr Planungssicherheit. Ein Prinzip, das allen Parteien zugutekommt und neben Beschäftigungen, das Wachstum und die Stärkung essentieller Lieferketten sichert. Wir sehen schon jetzt, dass unsere Partner in zusätzliche Bereiche und Ressourcen investieren."  

Hintergrund

Mit der Erklärung von Esbjerg haben sich Belgien, Dänemark, Deutschland und die Niederlande im Mai 2022 auf dem Nordsee-Energiegipfel darauf verständigt, gemeinsam bis 2030 eine Leistung von mindestens 65 Gigawatt Offshore-Windenergie zu installieren. Tennet ist mit 40 Gigawatt Netzanbindungen für rund zwei Drittel dieses Volumens verantwortlich. Dafür baut das Unternehmen Offshore-Netzanschlusssysteme mit einer Gesamtkapazität von jeweils 20 GW in Deutschland und den Niederlanden.

Tennet hat im Rahmen seines 2-GW-Programms den neuen Offshore-Standard für Netzanschlusssysteme entwickelt – gemeinsam mit führenden Anbietern der Branche. Mit Fokus auf Harmonisierung und Standardisierung von Offshore-Netzanbindungssystemen soll das Programm die nötige Blaupause für die zukünftige und notwendige Beschleunigung der Energiewende liefern. Durch die erhöhte Übertragungskapazität von zwei Gigawatt je System können im Vergleich zu vorherigen Offshore-Netzanschlüssen die Zahl neuer Systeme deutlich reduziert werden.

ew-Redaktion

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