CharIn Testival 2022 in den USA.

CharIn Testival 2022 in den USA. (Bildquelle: CharIn)

Als CharIN 2015 gegründet wurde, war noch längst nicht absehbar, welche Dimension die Elektromobilität einmal erreichen würde. „Wenn man ein bisschen zurückdenkt: 2015 gab es noch nicht wirklich viel“, erinnert sich Claas Bracklo. Doch der Grundgedanke sei bereits damals klar gewesen: Wenn Elektromobilität eine Chance auf einen breiten Markterfolg haben sollte, durfte nicht jeder Hersteller und jedes Land sein eigenes technisches Ökosystem aufbauen.

CharIN startete mit neun Gründungsmitgliedern, darunter Phoenix Contact. C. Bracklo, damals bei BMW in der Antriebsentwicklung tätig, bezeichnet die Gründung rückblickend fast als Experiment. Gerade Hersteller mit zunächst kleinen Stückzahlen seien darauf angewiesen gewesen, „dass es tatsächlich globale Standards gibt“.

Aus diesem Ansatz entwickelte sich eine Organisation, die heute nach Angaben C. Bracklos rund 320 Mitglieder aus unterschiedlichen Branchen und Weltregionen vereint. Und auch der thematische Schwerpunkt hat sich deutlich verschoben.

Die Energiefrage rückt in den Mittelpunkt

Anfangs standen sehr konkrete technische Fragen im Vordergrund: Passt der Stecker? Funktioniert die Verriegelung? Startet der Ladevorgang? Wie lassen sich hohe Ströme sicher übertragen? Später kamen Kommunikation, Daten- und funktionale Sicherheit hinzu.

„Das hat sich weiterentwickelt zum Thema Energie“, sagt C. Bracklo. „Irgendwann war das mit dem Stecker soweit erledigt, und dann kommt man mehr an die Themen, die zwischen den Industrien liegen.“

Eine der stärksten CharIN-Arbeitsgruppen beschäftige sich inzwischen mit der Netzintegration. Dabei gehe es darum, „die Anbindung der Fahrzeuge und der Fahrzeugbatterie an das Netz sicherzustellen“, so C. Bracklo. Genau an dieser Schnittstelle werde die Aufgabe allerdings deutlich komplexer.

Während sich die Automobil- und Elektroindustrie bei Steckern und technischen Schnittstellen auf etablierte internationale Standardisierungsprozesse stützen könne, treffe man beim Energiesystem laut C. Bracklo auf sehr unterschiedliche regulatorische Rahmenbedingungen. Diese Unterschiede bestünden teilweise bereits innerhalb Europas und nähmen im globalen Maßstab weiter zu.

CharIN habe deshalb vor rund zwei Jahren auch seine Mission und Vision angepasst und das Thema Energie ausdrücklich aufgenommen. Für C. Bracklo ist das nur konsequent: „Die grundlegenden Fragen des Ladens seien inzwischen weitgehend gelöst. Nun gehe es darum, die letzten Qualitätsprobleme zu beseitigen und gleichzeitig die Verbindung zum Energiesystem herzustellen.“

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