Je nach Infektionslage kann das Bayernwerk in kurzer Zeit einen Quarantänebetrieb starten. Das Team steht. Das "Camp" ist bereit.

Dr. Egon Leo Westphal (r.), Vorstandsvorsitzender, mit Stefan Heller, Immobilienverantwortlicher, besichtigen die Unterkunft für die Quarantäneteams des Bayernwerks (Bild: Bayernwerk/Maximilian Zängl)

Abgelegen ist sie, die vorbereitete Unterkunft zweier Spezialteams des Bayernwerks. Diese Teams sichern dann die Energieversorgung von rund sieben Millionen Menschen in Bayern. Es wäre ein "Knochenjob". Nach ihrem jeweils zwölfstündigen Einsatz an einem gesonderten Reservestandort für die Netzsteuerung geht es für die Teams direkt und kontaktfrei in ihre heimliche Unterkunft in der Oberpfalz. "Die psychische und physische Belastung ist erheblich. Ich versuche mir vorzustellen, welche Strapazen die Kollegen auf sich nehmen. Schaltarbeit am Netz ist Akribie und höchste Verantwortung. Die Erholungsphasen müssen daher bestmöglich gestaltet sein. Man braucht Raum, um auch mal für sich sein zu können", betont der Bayernwerk-Vorstandsvorsitzende Dr. Egon Leo Westphal, der die potenzielle Unterkunft der Quarantäneteams vor Ort selbst begutachtete.

Um die Teams zusammenzustellen, habe man nach Freiwilligen gesucht. "Wie zu Beginn der Pandemie war die Bereitschaft wieder immens. Alle wollen ihren Teil beitragen. Das sind diese Momente, die mich so stolz auf unsere Belegschaft machen", so Westphal. Die Unterkunftsräume sind Teil einer Bayernwerk-eigenen Immobilie. Immobilienverantwortlicher Stefan Heller hat das Gebäude für den Quarantänebetrieb vorbereitet: "Zu Beginn der Pandemie vor zwei Jahren mussten wir innerhalb weniger Tage eine Lösung aus dem Hut zaubern, um unsere isolierten Spezialteams sicher unterzubringen. Mittlerweile kennen wir die Handgriffe, sind sehr gut auf alle denkbaren Herausforderungen eingestellt. Diese Immobilie war und ist für uns ein Glücksfall."

Zahlreiche Räume und großzügige Aufenthaltsmöglichkeiten bieten den Platz für die Gemeinschaft. Ebenso kann man sich auch mal zurückziehen. Unterschiedliche Küchen können jederzeit genutzt werden. Wobei die täglichen Mahlzeiten über einen Caterer geliefert werden. "Dabei achten wir akribisch auf eine infektionssichere Übergabe. Es darf keinen persönlichen Kontakt geben", so Heller. Internetanschluss und W-LAN wurden verstärkt, um zumindest digital den Kontakt zu Familien und Freunden pflegen zu können.

Die tägliche Fahrt zur Leitstelle organisieren die Teams in eigenen Fahrzeugen. "Jedes Team besteht aus drei Schaltmeistern für die Hochspannung und sechs Schaltmeistern für die Mittelspannung", erläutert Wolfgang Tauber, Leiter der Netzleitstellen des Bayernwerks. Unterstützt werden sie durch die verfügbaren Kräfte an den Hauptstandorten der Netzleitstellen in Neunburg vorm Wald und in Dachau.

Ob es nun angesichts der Pandemieentwicklung zum Quarantänebetrieb kommt? Dazu sagt der Bayernwerk-Chef: "Wir sind sehr guten Mutes, dass es zu diesem Schritt nicht kommt. Omikron verläuft deutlich milder als zunächst befürchtet. Die Verkürzung der Quarantänezeiten ist sehr hilfreich. Zudem haben wir im Unternehmen eine Impfquote von rund 90 %." Die Mitarbeiter des Bayernwerks haben laut Westphal alle Phasen der Pandemie mit beeindruckendem Verantwortungsbewusstsein für die große Aufgabe Versorgungssicherheit begleitet. Zu keiner Zeit gab es coronabedingt auch nur annähernd eine schwierige Situation für die sichere Energieversorgung der Menschen. "Wir wissen: Das Bayernwerk kann nicht schließen", so Westphal.

 

np-Redaktion

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