Der digitale Zwilling ermöglicht unter anderem die effektive und schnellere Integration erneuerbarer Energien (Bildquelle: E.on)
Um Kapazität und Auslastung des Netzes im Digitalen Zwilling berechnen zu können, verwendet E.on die Technologie von envelio. Diese unterstützt in der Netzplanung, im Netzanschluss und im Netzbetrieb. Derzeit werden Daten aus 55 Milo. Netzkomponenten wie Kabel oder Transformatoren und mehr als 180000 Messgeräten ausgewertet – mit steigender Tendenz, erläutert der Netzbetreiber. Weitere Anwendungen würden schrittweise und je nach regionalem Bedarf bei den zum Konzern gehörenden Netzgesellschaften implementiert.
Auf Basis der Daten ist es zum Beispiel möglich, Anfragen für den Netzanschluss von Windkraft, PV-Anlagen, Wärmepumpen oder Wallboxen innerhalb von Sekunden zu bearbeiten und rasch zu beantworten. Allein im vergangenen Jahr lag die Anzahl der Netzanschlussanfragen im deutschen Netzgebiet von E.on bei mehr als 410000, teilt das Unternehmen mit.
Zudem erkennt das Modell, wo der Bedarf für den Netzausbau in der Niederspannung am größten ist, wo ausreichend Kapazität vorhanden ist oder wo Flexibilität benötigt wird. Da mehr als die Hälfte der deutschen Erneuerbaren-Energie-Leistung an das E.on-Verteilnetz angeschlossen sei, trage der digitale Zwilling und die Technologie von envelio zum bedarfsgerechten Netzausbau bei, stärke die Versorgungssicherheit und beschleunige die Energiewende, betont der Netzbetreiber.
Digitaler Zwilling auch international im Einsatz
Neben dem deutschen Verteilnetz hat E.on einen digitalen Zwilling und die Technologie von envelio bereits für seine Netze in Schweden, Tschechien und Polen im Einsatz. Insgesamt würden mehr als 70 europäische Netzbetreiber ihre Netze mit envelios Intelligent Grid Plattform – vom Stadtwerk bis zum großen Flächennetzbetreiber – digitalisieren und automatisieren. Die E.on-Tochtergesellschaft ist in Deutschland Technologielieferant des Digital-Twin-Projekts der Europäischen Union. Zudem läuft derzeit die Expansion in die USA.