Intelligente und faire Netzsteuerung in Hamburg

Im Projekt Farfalle haben die Projektpartner auch die Mikro-Ebene des Verteilnetzes im Blick (Bildquelle: Felix Mittermeier)

Mit der Einführung des §14a im Energiewirtschaftsgesetz hat sich für eine wichtige Möglichkeit eröffnet: Sie dürfen die Leistung bestimmter steuerbarer Verbrauchseinrichtungen – wie etwa Wärmepumpen oder Ladestationen für Elektroautos – vorübergehend reduzieren, um kritische Situationen im Stromnetz zu entschärfen. Dabei wird die Leistung gleichermaßen über alle steuerbaren Verbrauchseinrichtungen im betroffenen Netzgebiet reduziert.

Hier setzt das neue Hamburger Leitprojekt Farfalle an. Die Hamburger Energienetze, das Competence Center für Erneuerbare Energien und EnergieEffizienz (CC4E) der HAW Hamburg sowie hySolutions haben gemeinsam begonnen, ein intelligentes Steuerungskonzept zu entwickeln, das die Möglichkeiten des §14a EnWG praxisnah und effizient nutzbar macht. Im Zentrum steht die Idee, steuerbare Verbrauchseinrichtungen nicht pauschal zu drosseln, sondern gezielt und gerecht zu steuern – und dabei sowohl technische als auch soziale und wirtschaftliche Aspekte zu berücksichtigen.

Herzstück "Fairness-Faktor"

Herzstück des Projekts ist der sogenannte "Fairness-Faktor". Er bewertet für jede einzelne Anlage, wie gut sie sich eignet, einen konkreten Netzengpass zu beheben. So entsteht eine Priorisierungslogik, die lediglich genau die Anlagen dimmt, die zur Stabilisierung des Netzes beitragen und tatsächlich zur Behebung des Netzengpasses notwendig sind. Diese gezielte Steuerung erhöht nicht nur die Effizienz, sondern auch die Akzeptanz bei den Nutzern, da Eingriffe nachvollziehbar und fair erfolgen, betonen die Projektpartner.

"Mit Farfalle haben wir auch die Mikro-Ebene des Verteilnetzes im Blick und machen es möglich, Wärmepumpen oder Wallboxen noch zielgerichteter zu steuern und so einen Beitrag zur Versorgungssicherheit zu leisten. Und zwar ohne Leistungseinbußen für unsere Kundinnen und Kunden, mit einem fairen, sozialen und netzdienlichen Verfahren", sagt Timo Paulsen, Projektkoordinator bei den Hamburger Energienetzen.

np-Redaktion

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