Die Geschäftsführer von AlphaGrid: Benjamin Schwarzer (links) und Thomas Dederichs (Bildquelle: Amprion GmbH/Frauke Schumann)
Künstliche Intelligenz kann dabei helfen, große Datenmengen schneller auszuwerten, Entwicklungen besser vorherzusagen und Netzbetreiber bei Entscheidungen zu unterstützen, erläutert Amprion zu den Hintergründen. „Die Energiewende braucht neben neuen Leitungen auch neue digitale Werkzeuge“, sagt CEO Dr. Christoph Müller. „Künstliche Intelligenz bietet große Chancen, unser Energiesystem sicher und effizient weiterzuentwickeln. Mit AlphaGrid bündeln wir dafür Kompetenzen in einer eigenen Einheit und verbinden technologische Innovationskraft mit unserer Erfahrung aus Planung und Betrieb eines der größten Übertragungsnetze Europas.“
Die neue Gesellschaft soll KI für drei Anwendungsfelder entwickeln. Ein Feld ist die Netzplanung. Mit der Unterstützung von KI lassen sich Stromnetze effizienter modellieren und Ausbauoptionen besser bewerten. Ein weiterer Anwendungsbereich ist die Systemführung. KI soll hier dazu beitragen, kritische Netzsituationen frühzeitiger zu erkennen und die Resilienz zu steigern. Als letzten Punkt nennt Amprion das Energiemarktdesign. Mit der Hilfe von KI-basierten Prognosen sollen sich Entwicklungen und Wechselwirkungen im Energiemarkt datenbasiert analysieren lassen.
Investition eines mittleren zweistelligen Millionenbetrags
Im ersten Schritt wird man seinen Fokus vor allem auf KI-Anwendungen für Amprion setzen. Im Rahmen von Forschungsprojekten sind darüber hinaus Kooperationen mit Partnern aus der Energiebranche beabsichtigt. Amprion hat AlphaGrid als eigenständige Tochtergesellschaft mit Sitz in Berlin gegründet. In den Aufbau des Unternehmens investiert Amprion in den kommenden zehn Jahren einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag.
"Unsere besondere Stärke ist die Verbindung von KI mit Daten aus dem Echtzeitbetrieb eines der größten Übertragungsnetze Europas“, sagt Thomas Dederichs, einer der Geschäftsführer der AlphaGrid GmbH. „Wir entwickeln die Anwendungen nah an den konkreten Herausforderungen eines Übertragungsnetzbetreibers. So können wir Lösungen erproben, weiterentwickeln und perspektivisch skalieren."