Westnetz hat bei Großlangenfeld einen Mittelspannungslängsregler in Betrieb genommen, der die Spannungsschwankungen ausgleicht.

Mittels eines Krans wurde der innovative Mittelspannungslängsregler des Verteilnetzbetreibers Westnetz an seinen Standort in der Nähe von Großlangenfeld gehoben. Dort gleicht er künftig Spannungsschwankungen im regionalen Stromnetz aus (Bild: David Kryszons/Westnetz)

Wenn es dunkel oder windstill ist, produzieren Anlagen für regenerative Energie keinen oder relativ wenig Strom. Zudem stehen die Verteilnetze wegen dem rasanten Zubau an Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge vor enormen Herausforderungen. Aus diesen Gründen setzt der Verteilnetzbetreiber Westnetz in der Eifel zunehmend auf den Einsatz intelligenter Technik. Ein Beispiel dafür: der neuartige Mittelspannungsregler, der nun in Großlangenfeld zum Einsatz kommt. 

Der rund 40 t schwere Container mit den Maßen 2,50 m x 6 m wurde mittels eines Krans an seinen Standort im Verteilnetz gehoben. Seine Reise hatte er zuvor per Schwertransport aus Brilon im Sauerland angetreten. Er ersetzt einen bereits bestehenden Mittelspannungsregler, der als Prototyp im Jahr 2011 installiert wurde. Für ihn und dessen Systemeinbindung in das Netz investiert das Unternehmen erneut mehrere hunderttausend Euro.

"Mit den Mittelspannungsreglern verfügen wir über ein innovatives Betriebsmittel, um die Energiewende mit wirtschaftlichen Lösungen zu gestalten. So werden wir den Herausforderungen des Ausbaus erneuerbarer Energien auf dem Land besser gerecht und verfügen über eine echte Alternative zum Netzausbau", erläuterte Michael Schneider, Ingenieur bei Westnetz im Regionalzentrum Trier. "Unser Mittelspannungsregler ist ein praxiserprobtes und zuverlässiges Instrument, um Spannungsschwankungen aus der Einspeisung erneuerbarer Energien und den zunehmenden Einsatz von Elektromobilität im Netz auszugleichen." 

Stabiler Netzbetrieb gesichert

Der Mittelspannungslängsregler kann die Spannung auf einem einheitlichen Niveau halten und intelligent beeinflussen. Durch den Regler kann Westnetz die Spannungsschwankungen aus der Einspeisung aus erneuerbaren Energien in einem knapp 30 km langen Stromkreis mit einer gesamten Netzlänge von rund 45 km besser aussteuern und dadurch den stabilen Betrieb von vielen weiteren hundert Solaranlagen auf Hausdächern sicherstellen.

Der Netzbetreiber bringt die neuartige Technik in Form von Mittelspannungsreglern nun zum vierten Mal und ausschließlich im dünner besiedelten Eifelkreis Bitburg-Prüm zum Einsatz. Weitere Standorte von Mittelspannungsreglern sind die Orte Nattenheim, Waxweiler und Neuerburg.

Westnetz weist darauf hin, dass es einen solchen Regler auf dem Markt als kommerzielles Produkt zuvor noch nicht gab. Die Entwicklung zur serienreifen Produktion hatte Westnetz zuvor im Smart-Grid-Projekt "Smart Country – Netze für die Stromversorgung der Zukunft" seit 2011 vorangetrieben. Dort wurde der erste Prototyp eines Mittelspannungslängsreglers eingesetzt, der nun in Großlangenfeld durch das verbesserte Nachfolgemodell ersetzt wurde. 

np-redaktion

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