Die Studie zeigt unter anderem: Geschwindigkeit ist der neue Engpass für Netzbetreiber (Bildquelle: Amprion GmbH/Daniel Schumann)
"Ohne digitalisierte Prozesse und kundenfreundliche Schnittstellen droht die Energiewende an Bürokratie zu scheitern. Netzbetreiber müssen jetzt handeln und den Wandel aktiv mitgestalten – als digitale Enabler, nicht als analoge Verwalter", sagt Marion Schulte, Globale Leiterin Utilities, Transportation & Logistics bei BearingPoint.
Die Studie zeigt laut BearingPoint wo aktuell die größten Herausforderungen liegen – und welche Stellschrauben Netzbetreiber jetzt nutzen können, um den Wandel erfolgreich mitzugestalten:
- Netzbetreiber bleiben unsichtbar: 30 % der Befragten kennen ihren Netzbetreiber nicht – ein klares Signal für Nachholbedarf in Kommunikation und Sichtbarkeit.
- Hohe Investitionsbereitschaft bei Technologien zur Energieerzeugung im eigenen Haushalt: Knapp 70 % planen mittelfristig die Anschaffung von PV-Anlagen, Wallboxen oder Balkonkraftwerken.
- Digitale Portale mit Nachholbedarf: Nur 30 % sind mit den Dienstleistungen ihres Netzbetreibers zufrieden, wobei 80 % Echtzeitinformationen etwa zu Verbrauch und Einspeisung erwarten.
- Genehmigungsverfahren als Flaschenhals: 25 % der Anlagenbesitzer berichten von Problemen bei der Genehmigung – verursacht durch Wartezeiten und Bürokratie.
- Kundenzentrierung entscheidend: 83 % wünschen sich transparente Kostenübersichten und klar nachvollziehbare Prozesse im digitalen Kundenkontakt.
Netzbetreiber unter Dauerstress
Einen Grund sehen die Studienautoren im wachsenden politischen Druck. Der Koalitionsvertrag verspreche neue Mess- und Abrechnungsmodelle, eine End-to-End-Digitalisierung, transparente Portale, schnellere Genehmigungen und neue Marktrollen wie Energy Sharing. Die Studie weise darauf hin, dass viele Netzbetreiber diese Anforderungen bisher nicht vollständig erfüllen, auch weil sie mit schwierigen Rahmenbedingungen zu kämpfen hätten. "Netzbetreiber stehen unter Dauerstress: Die Zahl der Kundenanfragen steigt rasant, während Genehmigungsprozesse komplex und langwierig bleiben. Unsere Studie zeigt: Geschwindigkeit ist der neue Engpass – und Netzbetreiber geraten zunehmend in die Gefahr, unfreiwillig in die Rolle des Flaschenhalses gedrängt zu werden", so Schulte.