Kombination unterschiedlicher Heiztechnologien erforderlich
Neben Wärmepumpen sind Wasserstoff und Wärmenetze oft diskutierte Technologien im Rahmen der Wärmewende. Die verschiedenen Wärmetechnologien wirken sich unterschiedlich stark auf die Stromnetze aus. Daher müssen diese rechtzeitig darauf vorbereitet werden. Im Rahmen einer Studie zur sektorübergreifenden Energieleitplanung untersuchte die Netze BW gemeinsam mit der RWTH Aachen simulativ anhand einer Beispielgemeinde, welche Technologien sich in der Wärmebereitstellung dort zukünftig durchsetzen könnten.
Abb. 2 zeigt Ergebnisse dieser Studie. Darin sind die prognostizierten Anteile der Wärmetechnologien für die Beispielgemeinde in den Jahren 2030 und 2045 dargestellt. Diese werden mit dem Status Quo 2023 verglichen. Die Berechnungen basieren auf einer Untersuchung der Vollkosten für die Endkunden und berücksichtigen Sanierungs- und Betriebsmittelkosten von Strom, Wasserstoff und Wärme sowie Gebäudeparameter.
Der Studie wurden zwei Szenarien zugrunde gelegt:
- Im Szenario „Elektrifizierung“ wurde davon ausgegangen, dass ab 2035 kein Erdgas mehr genutzt wird und dass für Privathaushalte kein Wasserstoff zur Verfügung steht.
- Demgegenüber steht das Szenario „Wasserstoff“, bei dem ab 2035 Gasheizungen entweder zurückgebaut oder sukzessive auf Wasserstoff umgestellt werden. Hierbei ist Wasserstoff auch für Privathaushalte nutzbar.
Kernergebnis der Studie ist, dass sich ein Großteil der Endkunden zukünftig für elektrische Heiztechnologien (bspw. Luft-Wärmepumpe, Erd-Wärmepumpe, elektrische Heizung) entscheidet. Selbst im Wasserstoff-Szenario machten die elektrischen Heiztechnologien 2045 über 60 % aus, im Szenario „Elektrifizierung“ nahezu 100 %. Den größten Anteil der elektrischen Heiztechnologien nahm in beiden Szenarien aufgrund ihrer Kostenvorteile die Luft-Wärmepumpe ein. Diese zukünftige Entwicklung gilt es, in der Stromnetzplanung bereits heute zu berücksichtigen.
![Abb. 1 Entwicklung der Treibhausgasemissionen seit 1990 [1] nach Gasen Abb. 1 Entwicklung der Treibhausgasemissionen seit 1990 [1] nach Gasen](/fileadmin/_processed_/e/4/csm_et_24_11_10_3_Floss_Konermann_Abb_1_8876c2456c.jpg)
