2030 erreichen ca. 1,2 Mio. Fahrzeugbatterien ihr Lebensdauerende. 2040 werden es schon 14 Mio. Batterien sein. Entsprechend gewinnt die Batterie-Kreislaufwirtschaft an Gewicht. Dies schlägt sich in zunehmenden Patentanmeldungen nieder. (Bild: Adobe Stock)
Zwischen 2017 und 2023 sind Patente im Zusammenhang mit Erfindungen für die Wiederverwendung und das Recycling jährlich durchschnittlich um 42 % gewachsen. Dominiert sind dabei asiatische Firmen, die im Jahr 2023 63 % aller Patente angemeldet haben. Die Patente zielen auf das Recycling kritischer Rohstoffe, die Verringerung der Abhängigkeit vom Primärbergbau sowie die Vermeidung von Umweltbelastungen.
Innovationsmotor des weltweiten Batterie-Recyclings ist das absehbare Lebensdauerende vieler Batterien, die derzeit in Elektrofahrzeugen zum Einsatz kommen. Global könnten 2030 ca. 1,2 Mio. Altbatterien aus Fahrzeugen anfallen. Im Jahr 2040 werden es bereits 14 Mio. Batterien sein, deren Mineralien und Komponenten recycelt werden können. Weltweit ist inzwischen jedes vierte verkaufte Auto ein Elektrofahrzeug mit Lithium-Ionen-Akku oder einem anderen modernen Batterietyp. Randbemerkung: In Deutschland entwickelt sich der Markt für E-Fahrzeuge übrigens leicht konservativer. Hierzulande sind etwas mehr als 19 % der Neuzulassungen Elektrofahrzeuge.
Europäischer Fokus
Europa hat dabei einen eigenen Fokus: Aufgrund der Verbreitung von Elektrofahrzeugen wächst die Rolle Europas als Batterieverbraucher. Das spiegelt sich auch in den Innovationsbemühungen; Schwerpunkt europäischer Patente bildet die Rückgewinnung von Rohstoffen aus Altbatterien. Besonders aktiv sind europäische Anmelder bei der Sammlung und chemischen Umwandlung – mit Schwerpunkten auf Fernbedienungstechnologien (34 % der internationalen Patentfamilien), Isolierung und Immobilisierung (30 %) und der hydrometallurgischen Extraktion nach pyrolytischer Vorbehandlung (26 %).
Die in einer gemeinsamen Studie des Europäischen Patentamts (EPA) und der Internationalen Energieagentur (IEA) veröffentlichten Zahlen zeigen, dass die Recycling-Themen aktuell die Patentanmeldungen bestimmen. Während Patente in Zusammenhang mit der Batterie-Kreislaufwirtschaft im Betrachtungszeitraum 2017 bis 2023 um jährlich 42 % gewachsen sind, stiegen die Patentanmeldungen zur Herstellung wiederaufladbarer Batterien lediglich um 16 %. Alle weiteren Batterie-Technologiefelder verzeichneten kaum Zuwächse (+2 %). Insgesamt betrachtet machen Energiespeicher, einschließlich Batterien, rund 40 % aller energiebezogenen Patentanmeldungen aus und wachsen weiter stark.
Kreislaufwirtschaft gewinnt an Gewicht
Die deutschen Vertreter in den Top 10 der Patentanmeldungen in der Batteriekreislaufwirtschaft sind laut Bericht BASF, Duesenfeld und Bosch. Wenn es um die Menge der Patentanmeldungen geht, lagen bis 2019 japanische und koreanische Unternehmen wie Toyota, LG und Sumitomo vorn. Sie wurden jedoch inzwischen vom chinesischen Unternehmen Brunp überholt. Der Anteil Chinas an den internationalen Patentfamilien im Bereich der Batterie-Kreislaufwirtschaft ist von 5 % im Jahr 2013 auf 29 % im Jahr 2023 gestiegen.
Anlässlich der Vorstellung der Zahlen sagte IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol: „Im Zeitalter der Elektrizität sind Batterien zu einem Eckpfeiler der Energieversorgungssicherheit und der industriellen Wettbewerbsfähigkeit geworden. Ihr voller Wert wird sich jedoch nur dann entfalten, wenn die Länder starke Kreislaufsysteme um sie herum aufbauen. Die Beschleunigung von Innovationen im Bereich des Recyclings und der Wiederverwendung kann den Druck auf kritische Rohstoffversorgungsketten verringern, die Umweltauswirkungen reduzieren und neue wirtschaftliche Möglichkeiten schaffen. Europa hat starke Ausgangsbedingungen und dieser Bericht zeigt, wie gezielte Innovation und politische Unterstützung dazu beitragen können, es an die Spitze einer nachhaltigen Batteriewirtschaft zu bringen.“
Der vollständige ist in englischer Sprache abrufbar unter: epo.org