Im Hintergrund ein Biomassekraftwerk, im Vordergrund ein Berg mit Hackschnitzeln.

In Europa rückt die Biomasse im Wärmemarkt verstärkt in den Vordergrund. (Bild: Adobe Stock)

2025 sind rund 180 neue Biomassekraftwerke (BMKW) in Betrieb gegangen. Damit liegt der Bestand bei über 5.800 BMKW mit einer Stromerzeugungsleistung von 94,7 GW. Der Löwenanteil ist in Asien installiert. Während dort Anlagen mit einer Leistung von mehr als 38 GW betrieben werden, sind es in Europa rund 24 GW. Bis 2034 ist zu erwarten, dass der weltweite Markt auf etwa 6.800 Anlagen mit einer Gesamtleistung von knapp 109 GW wächst. Diese Zahlen hat ecoprog in ihrer jährlich erscheinenden Studie „Biomass to Energy“ ermittelt, welche die weltweiten Daten zur energetischen Nutzung fester Biomasse erhebt.

Japan realisiert große Projekte

Obwohl 2025 in China nur etwa 10 Anlagen mit einer Kapazität von 200 MW in Betrieb gegangen sind, bleibt die Biomasse in Asien attraktiv – insbesondere Japan kündigt große Projekte an, die auch umgesetzt werden. Dort wurde 2025 zwei 50-MW-Kraftwerk in Tomakomai und Gobö fertiggestellt. In dem Land ist für die kommenden 10 Jahre ein Zubau von mehr als 3 GW zu erwarten.

Grund für die Verlangsamung in China, wo 2021 allein etwa 60 Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 2,3 GW in Betrieb gingen, ist die Marktsättigung sowie gesunkene Fördertarife.

RED III führt zu Wandel in Europa

Die Spitzenposition bei Gesamtinvestitionen in Neubau, Modernisierung und Instandhaltung nimmt jedoch Europa ein. Eines der größten Projekte entsteht derzeit in Spanien in Torrelavega. Während dort 250 Mio. € investiert werden, fließen 100 Mio. € in ein Projekt im polnischen Częstochowa. Dort wird von Kohle auf Biomasse umgestellt.

Für einen Strukturwandel im Biomasse-Markt sorgten europaweit die EU-Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED III). Mit ihr steigen die Nachhaltigkeitsanforderungen an die Biomassenutzung. Während die Förderung von Strom aus Biomasse zurückgeht, rückt der Wärmemarkt für ihren Einsatz in den Vordergrund. Marktchancen ergeben sich insbesondere in der Dekarbonisierung industrieller Prozesswärme sowie der Fernwärme.

USA und Südamerika

In den USA ist das unsichere politische Umfeld ein Markthemmnis. Jedoch wird die Entwicklung vor allem großer Projekte im Rahmen des Kohleausstiegs und technologischer Bemühungen um die CO2-Abscheidung und -Speicherung an Biomasseanlagen vorangetrieben. Im südamerikanischen Markt dominiert Brasilien. Dort wird in den nächsten 10 Jahren mit einem Zubau von BMKW in Höhe von 3 GW gerechnet. Treiber sind dort die starke Zucker- und Ethanol- sowie die Zellstoff- und Papierindustrie.

Weitere Informationen: ecoprog.com

„et“-Redaktion

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