Social Media ist auch in der Kommunikation der Energiewirtschaft allgegenwärtig. Die B2B-Social-Media-Studie 2026/27 geht der Frage nach, welche Rolle der KI-Einsatz in der Branche spielt. (Bild: Adobe Stock)
Im hochsensiblen Umfeld der Energiewirtschaft stellen sich grundlegende Fragen zum KI-Einsatz: Darf KI an Inhalten zu Versorgungssicherheit, Regulierungsfragen oder ESG-Reporting überhaupt mitwirken? Wie weit lassen sich operative Aufgaben an Systeme delegieren, ohne die Kontrolle über Tonalität, Faktenlage und politische Signale zu verlieren? Und wo genau beginnt der Bereich, in dem menschliche Einschätzung unverzichtbar bleibt?
Die aktuelle Erhebung von Althaller Communication geht diesen Fragen in der B2B-Social-Media-Studie 2026/27 nach. Sie untersucht, wie sich Verantwortlichkeiten zwischen internen Teams, KI-Tools und externen Dienstleistern verschieben – mit einem Schwerpunkt auf regulierten Branchen wie der Energiewirtschaft. Die Teilnahme ist bis zum 31. Juli 2026 unter https://de.surveymonkey.com/r/KQDKZZT möglich.
Der Aufruf zur Teilnahme richtet sich an Verantwortliche aus Kommunikation, Marketing, HR und Vertrieb in Energieunternehmen. Für sie bietet sich Gelegenheit, die eigene Praxis mit einem breiten Branchenvergleich zu spiegeln – und zugleich mitzugestalten, wie sich Social Media im B2B-Bereich im KI-Zeitalter weiterentwickelt.
Die Teilnahme dauert etwa 15 Minuten. Mit Veröffentlichung der Studienergebnisse ab September erhalten alle Teilnehmenden eine kostenfreie Management Summary mit Benchmarks, die helfen, die eigene Social-Media- und KI-Strategie für 2026/27 zu überprüfen und gezielt nachzujustieren.
KI-Dimension neu im Blick
Seit 2010 zeichnet Allthaller Communication mit seiner B2B-Social-Media-Studie nach, wie sich Unternehmenskommunikation in digitalen Kanälen professionalisiert. Sie zeigt, wie B2B-Unternehmen ihre Präsenz von „wir probieren mal aus“ hin zu klar gesteuerten, strategiegebundenen Setups entwickelt haben – mit fokussierteren Plattformstrategien, engerer Verzahnung mit Geschäftszielen und einem deutlich höheren Stellenwert von Social Media für Marke, Recruiting und Dialog.
Mit der Erhebungswelle 2026/27 kommt nun die KI-Dimension hinzu. Spannend ist hier insbesondere, ob KI die Professionalisierung weiter antreibt – weil Datenlage und Prozesse besser werden – oder ob sie neue Brüche öffnet, etwa durch überzogene Effizienzversprechen oder unklare Verantwortlichkeiten. Für die Energiewirtschaft, die ohnehin in einem hochpolitisierten Umfeld agiert, ist diese Unterscheidung mehr als ein akademisches Detail.
Wenn KI mitredet, reicht „noch eine Freigabe mehr“ nicht aus
Die Energiewirtschaft steht kommunikativ unter Dauerfeuer: Netzausbau, Klimaziele, Preisdiskussionen und Akzeptanz vor Ort sorgen dafür, dass Aussagen von Versorgern, Netzbetreibern und Projektentwicklern auf die Goldwaage gelegt werden. Parallel dazu haben sich KI-Anwendungen in vielen Kommunikationsabteilungen still, aber fast flächendeckend etabliert.
Laut Althaller-B2B-Social-Media-Studie 2025/26 nutzen knapp 78 % der befragten Unternehmen KI-Tools zur Texterstellung, rund 38 % arbeiten mit KI-gestützten Grafikvorschlägen, fast 30 % setzen sie bereits für Planung und Analyse ein. Was im ersten Schritt wie ein Effizienzgewinn wirkt, wird damit zum strukturellen Thema – gerade für Energieunternehmen.
KI beschleunigt das Erstellen von Texten und Visuals, Redaktionspläne lassen sich schneller füllen. Gleichzeitig wachsen die Abstimmungsrunden. Fachabteilungen, Rechtsabteilung und Compliance wollen genauer wissen, was in welcher Form nach außen geht – insbesondere bei lokalen Infrastrukturprojekten oder politisch aufgeladenen Themen. Aus dem Werkzeug zur Entlastung wird so schnell ein zusätzlicher Treiber für Komplexität.
Hinzu kommt: Im Energiemarkt sind sachliche Fehler oder missverständliche Formulierungen nicht nur ein Imageproblem, sondern im Zweifel auch ein Thema für Aufsichtsbehörden oder Gerichte. KI-gestützte Inhalte müssen daher nicht nur sprachlich „glatt“, sondern fachlich belastbar, regulatorisch unbedenklich und konsistent mit der eigenen Positionierung sein. Das gelingt nur, wenn Briefings klar sind, Leitplanken verbindlich formuliert werden und Prüfschritte verbindlich festgelegt sind.
Die Studie 2026/27 wird analysieren, welche Modelle im regulierten B2B-Umfeld tragen und wo Organisationen ins Stolpern geraten, weil Verantwortlichkeiten unscharf bleiben oder zu viel an KI delegiert wird.
Eine zusätzliche Dimension ist die Frage nach Compliance und Datennutzung. Energieunternehmen müssen präzise beantworten können, welche Informationen sie überhaupt in externe KI-Anwendungen einspeisen, wie sie mit sensiblen Projekt- oder Kundendaten umgehen und wer für fehlerhafte oder unzulässige Aussagen geradesteht. Für Kommunikations- und Public-Affairs-Verantwortliche ist das längst kein Randthema mehr, sondern Teil des Risikomanagements.
Agenturen zwischen Effizienzdruck und Qualitätsgarantie
Parallel zur technischen Entwicklung verändert sich die Zusammenarbeit mit Agenturen. Angesichts Kostendrucks und knapper Ressourcen wandern klassische Routineaufgaben – etwa Adaptionen, Standard-Postings oder einfache Visual-Varianten – verstärkt zurück ins Haus und werden durch KI unterstützt. Gleichzeitig entstehen an anderer Stelle neue Bedarfe: Energieunternehmen suchen Partner, die Kommunikations- und Krisenstrategien mitentwickeln, Governance-Strukturen für Social Media aufsetzen, KI-Richtlinien mitdenken, Qualitäts-Checks übernehmen und interne Teams für den Umgang mit den neuen Werkzeugen fit machen.
Damit verschiebt sich die Rolle der Agenturen: weg vom reinen Content-Zulieferer hin zum Sparringspartner, der den Überblick behält und im Zweifel auch bremst. Die entscheidende Frage lautet weniger „Ersetzen wir externe Dienstleister durch KI?“ als „An welcher Stelle im Prozess bringt eine externe Perspektive zusätzliche Sicherheit und Qualität?“. KI kann Routinearbeit schneller machen, sie ersetzt aber weder Einschätzungen zur politischen Lage noch Erfahrungswissen in Krisensituationen.
Was Kommunikationsverantwortliche jetzt klären sollten
Für Kommunikationsverantwortliche in der Energiewirtschaft lassen sich aus der Langzeitstudie einige Leitlinien ableiten. Zunächst braucht es ein klares Rollenverständnis von Social Media in der Gesamtkommunikation: Dient der Auftritt vor allem der Akzeptanzsicherung, der Arbeitgebermarke, dem Dialog mit Kommunen und Verbänden oder der Leadgenerierung im Geschäftskundenbereich? Je klarer diese Prioritäten, desto gezielter lässt sich entscheiden, wo KI unterstützen darf – und wo zwingend Fachverantwortliche den letzten „Stiftstrich“ setzen.
Ebenso zentral ist eine saubere Prozessarchitektur. Es reicht nicht, KI-Output am Ende einmal „drüberzulesen“. Wer gibt die inhaltliche Richtung vor, wer prüft technische und regulatorische Korrektheit, wer trägt im Zweifel die Verantwortung und wie wird das dokumentiert? In einer Branche, in der Entscheidungen häufig politisch und juristisch nachwirken, sind unklare Zuständigkeiten ein Risiko – auch und gerade im vermeintlich „schnellen“ Social-Media-Geschäft.
Schließlich ist die Frage der Erfolgsmessung entscheidend. Für Energiethemen sind Klickzahlen nur ein sehr begrenzter Indikator. Relevanter sind etwa die Entwicklung der Akzeptanz in betroffenen Regionen, die Resonanz in fachlichen Zielgruppen, die Wahrnehmung als Arbeitgeber oder die eigene Reaktionsfähigkeit in kritischen Lagen. Die Langzeitperspektive der B2B-Social-Media-Studie hilft, KI-gestützte Setups nicht nach Bauchgefühl zu bewerten, sondern an belastbaren Vergleichszahlen zu spiegeln.
Zur Teilnahme: https://de.surveymonkey.com/r/KQDKZZT
Weitere Informationen: althallercommunication.de