Zentraler Faktor zur Senkung des CO2-Fußabdrucks im Gebäudebestand ist die Sanierung der Gebäudehülle. Energetische Beratungen haben deutlich zugenommen. (Bild: Adobe Stock)
Mehr als 5 Mio. Heizungen im deutschen Gebäudebestand sind älter als 30 Jahre. Der Sanierungsbedarf bleibt damit weiter hoch. 2024 lagen die Treibhausgasemissionen im Gebäudebereich bei 100,5 Mio. t CO₂. Gegenüber 2023 entspricht dies einem Rückgang von 2,3 %. Seit 1990 hat der Gebäudesektor damit seine Emissionen um rund 43 % gesenkt, so die dena in ihrem zum Jahresbeginn vorgelegten Gebäudereport 2026, der die Klimaschutzbemühungen, den Gebäudebestand und die Bautätigkeit, die eingesetzten Baustoffe sowie eingesetzte Energie, die Entwicklung der Bauwirtschaft sowie Förderungen im deutschen Gebäudebestand umfassend aufarbeitet.
Die vorgesehene Reduktion der CO₂-Emissionen bis 2030 auf 65 Mio. t CO₂ wäre im Gebäudebereich jedoch weiter erreichbar. Dazu bedürfe es jedoch kontinuierlicher und verlässlicher Maßnahmen. Um in der Dekarbonisierung schneller voranzukommen, rät die dena zu Vereinfachungen und Bürokratieabbau, kombiniert mit stabilen Rahmenbedingungen und kontinuierlicher Förderung.
Photovoltaik, Wärmepumpen und Speicher
2025 deutlich nachgelassen hat der Zubau von Aufdach-PV. Die Rekordjahre 2023 und 2024 konnten nicht erreicht werden. Mit 6,2 GW Zubau bis September 2025 ist die Menge neu installierter Leistung jedoch weiterhin hoch. Dynamik gewinnt zunehmend der Speicher-Markt, der um 3 GWpeak gewachsen ist. Verantwortlich für den Zuwachs sind vor allem Eigenheimbesitzer, die Solarstromspeicher installieren, um ihre Solarstromnutzung zu optimieren. Die Gesamtspeicherleistung im Gebäudesektor liegt bei etwa 15,6 GW.
Auch der Einsatz von Wärmepumpen nimmt zu. Obwohl kein anderes Heizsystem in den vergangenen 25 Jahren so stark gewachsen ist, bleibt ihr Anteil im Gebäudebestand jedoch weiterhin gering. Ihr Anteil lag 2024 in diesem Segment bei 4,3 %, was einer Verdoppelung seit 2019 entspricht. Der Gebäudebestand bleibt damit zentrale Herausforderung – im Neubau ist die Wärmepumpe bereits weitgehend etabliert.
Energetische Sanierung, Wärmeplanung und Neubautätigkeit
Energetische Sanierung gewinnt zunehmend an Bedeutung. Im Vergleich zu 2023 ist sie 2024 um 30 % bzw. auf insgesamt 163.872 Beratungen gestiegen.
Zentrales Instrument, um im Gebäudebereich Planungssicherheit für die Erreichung der Klimaziele bis 2045 zu erreichen, ist die kommunale Wärmeplanung. Sie ist in 743 Kommunen bereits abgeschlossen, was 7 % der Kommunen entspricht. 44 % aller Kommunen befinden sich im Prozess der kommunalen Wärmeplanung, in 47 % der Kommunen ist der Status laut dena-Report unbekannt. Der Anteil der Gemeinden, mit über 100.000 Einwohnenden, die ihre Wärmepläne bis 30.06.2026 abgeschlossen haben müssen, liegt bei 36 %.
Im Gebäudesektor sind – Handwerk, Industrie und Handel zusammengenommen – 3,7 Mio. Menschen tätig. Der Sektor stellt einen wichtigen Pfeiler für die Beschäftigung in Deutschland dar, ist aber von einer rückläufigen Neubautätigkeit geprägt. Verhalten positiv können dabei die Zahlen der genehmigten, aber noch nicht fertiggestellten Wohnungen stimmen. Nach einem Höchststand beim sog. Bauüberhang von rund 858.000 Wohneinheiten ist dieser 2024 auf 738.000 zurückgegangen.
Zum Report: gebaeudeforum.de