Handwerker steht auf einer Leiter und montiert an der Außenseite eines Hauses bei sommerlichem Wetter eine Luftwärmepumpe.

Die Luftwärmepumpe bietet sich in 65 % der analysierten Anwendungsfälle als Lösung an. (Bild: Adobe Stock)

Eine Analyse in deutschen Großstädten auf Basis baulicher, räumlicher und geologischer Voraussetzungen offenbart, dass 58,9 % aller Bestandsgebäude technisch den Einsatz mindestens einer Wärmepumpentechnologie erlauben. Insbesondere ostdeutsche Großstädte bieten häufig bessere technische Voraussetzungen für Wärmepumpen als viele Städte im Westen Deutschlands. So sind in Dresden mehr als vier von fünf Gebäuden grundsätzlich für mindestens eine Wärmepumpentechnologie geeignet. In Düsseldorf trifft das dagegen nur auf rund zwei von fünf Gebäuden zu. Hinter Dresden folgen Bielefeld (78,2 %), Berlin (74,9 %), Hamburg (68,1 %) und Bochum (66,1 %). Ebenfalls überdurchschnittlich schneiden Leipzig (66,0 %), Dortmund (65,0 %) und Hannover (60,2 %) ab. Mit Blick über die größten Städte hinaus bieten Frankfurt/Oder (90,5 %), Neumünster (85,5 %) und Cottbus (83,0 %) bundesweit insgesamt das höchste Potenzial.

Am unteren Ende des Rankings liegen neben Düsseldorf (40,9 %) Frankfurt am Main (41,4 %), Köln (44,4 %) und Mannheim (45,1 %). Für das schlechte Ranking Düsseldorfs und Frankfurts am Main ist u. a. die dichte Bebauungsstruktur verantwortlich. Dort begrenzen geringe Abstände zwischen Wohngebäuden und kleine Grundstücke das Angebot an Umweltwärme.

Auch der Gebäudetyp hat erheblichen Einfluss auf die Eignung einer Wärmepumpe. Unter den von der FfE betrachteten Gebäudetypen bieten freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser mit durchschnittlich 91 % die besten technischen Voraussetzungen. Es folgen kleine Mehrfamilienhäuser mit drei bis sechs Wohneinheiten (83,4 %) sowie Doppelhäuser (71,0 %). Deutlich geringer fällt das Potenzial bei Reihenhäusern (40,0 %) sowie großen Mehrfamilienhäusern mit sieben und mehr Wohneinheiten (32,7 %) aus.

Bundesweit bietet die Luftwärmepumpe mit durchschnittlich 65 % das größte technische Potenzial. Es folgen Erdsonden-Wärmepumpen (47 %), Solar-Eisspeicher (37 %) und Erdkollektoren (24 %). Grundwasser-Wärmepumpen wurden im Rahmen der Analyse nicht untersucht. Luftwärmepumpen erfordern vergleichsweise wenig baulichen Aufwand, da in der Regel lediglich ein geeigneter Aufstellort für das Gerät benötigt wird. Erdsonden und Erdkollektoren setzen dagegen geeignete Bodenverhältnisse sowie ausreichend Grundstücksfläche voraus und lassen sich deshalb insbesondere im dicht bebauten städtischen Raum seltener realisieren. Solar-Eisspeicher kommen vor allem bei Neubauten oder größeren Sanierungsprojekten infrage.

Besonders gute Voraussetzungen für Luftwärmepumpen bieten Dresden (75,9 %), Berlin (67,7 %) und Bielefeld (64,2 %). Bei Erdsonden führen Bielefeld (55,9 %), Dresden (52,5 %) und Bochum (49,2 %) das Ranking an. Das größte Potenzial für Solar-Eisspeicher weisen Dresden (40,0 %), Leipzig (37,4 %) und Bielefeld (34,8 %) auf. Auch bei Erdkollektoren liegt Dresden mit 27,2 % vorne, gefolgt von Leipzig (26,8 %) und Bielefeld (23,9 %).

Die vorgestellten Daten wurden von Aroundhome ermittelt. Das Unternehmen verbindet als unabhängige Plattform Hauseigentümer mit den passenden Fachfirmen für jedes Hausprojekt. Datenbasis bilden die öffentlich verfügbaren Daten der Wärmepumpen-Ampel der Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE).

Weitere Informationen: aroundhome.de 

„et“-Redaktion

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