
Abb. 2: Benötigte Wärmeleistung des Beispielprozesses. (Bild: eigene Darstellung)
Für die weitere Betrachtung wird die in Abb. 2 dargestellte Wärmeleistung der Produktionsanlage über einen Produktionstag bei einer 7-Tage-Produktion angenommen. Von 8 bis 12 Uhr beträgt die benötigte Wärmeleistung der Anlage 4 MW. Von 12 bis 14 Uhr sinkt die Leistung, für z. B. eine Chargierung des Einsatzmaterials, auf 1 MW. Von 14 bis 18 Uhr beträgt die Leistung der Anlage wieder 4 MW. Damit beläuft sich der integrierte Energieverbrauch für einen Tag auf 34 MWh und für ein Jahr auf 12.444 MWh.
Strombeschaffung für industrielle Verbraucher
Aktuell ist in vielen Unternehmen in Deutschland, besonders bei Mittelständlern, die Strombeschaffung über Vollversorgungsverträge geregelt. Hier wird der Strompreis im Vertrag über eine bestimmte Laufzeit festgelegt und gilt deshalb als einfachste und unkomplizierteste Strombeschaffungsstrategie. Damit Stromversorger vor steigenden Preisen geschützt sind, beinhaltet dieser Preis Risikoaufschläge, weshalb Vollversorgungsverträge die teurere Art der Strombeschaffung sind [4]. Nur für den konstanten Betrieb einer PtH-Anlage sind Vollversorgungsverträge gut geeignet.
Wer flexibel auf Strompreise reagieren und Niedrigpreisphasen nutzen möchte, kann seinen Strom am Spotmarkt kaufen. Dies kann ein Unternehmen einerseits in Eigenregie umsetzen oder einen Stromhändler beauftragen. Für mittelständische Unternehmen ist das Angebot von Energiehändlern und Versorgern in den letzten Jahren enorm gestiegen. Hier kauft das beauftragte Unternehmen den Strom für das Kundenunternehmen ein und gibt die Einkaufspreise an den Kunden weiter [5].
Strombörse
Die Strombörse ist aufgeteilt in Termin- und Spotmarkt. An der Börse registriert sind hauptsächlich Kraftwerksbetreiber und Stromversorger bzw. Händler, die die eingekauften Mengen an die Endkunden weiterverkaufen. Die Preise an der Börse verstehen sich ohne Steuern, Netzentgelte und andere Abgaben [5].
Am Terminmarkt, der in Deutschland an der Leipziger EEX (European Energy Exchange) stattfindet, werden langfristig Strommengen zu aktuellen Preisen gehandelt, wodurch sich die Marktteilnehmer gegen Preissteigerungen absichern können (Hedging). Es werden ausschließlich standardisierte Produkte gehandelt, dabei handelt es sich um Tages-, Wochen-, Monats-, Quartals- und Jahresprodukte (sog. „Futures“). Zudem wird unterschieden in Baseload-Produkte für die Grundlast, Peakload-Produkte für die üblichen Spitzenlastzeiten an Arbeitstagen von 8 Uhr bis 20 Uhr und Offpeak-Produkte für die Zeiten außerhalb der Spitzenlasten, also nachts und an den Wochenenden. Kauft ein Marktteilnehmer ein Baseload-Produkt für ein Wochen-Future mit einer Leistung von 5 MW, kann er in dieser Woche durchgehend Strom mit einer Leistung von 5 MW beziehen.