In der Hand eines Geschäftsmanns scheint ein KI-Symbol auf. Drumherum sind Checkboxen, aber auch Warnboxen.

Zwar werden von KI kurzfristig große Skalierungsfortschritte erwartet, jedoch mangelt es an vielen Stellen noch an der Integration. (Bild: Adobe Stock)

Für seine Studie mit dem Titel „Global Enterprise AI Report“ hat Publicis Sapient, ein Beratungsunternehmen für digitale Business Transformation, 1.550 KI-Entscheidungsträger verschiedener Branchen in den Märkten Deutschland, USA, Großbritannien (UK), Frankreich, Australien und Vereinigte Arabische Emirate (VAE) befragt.

Danach setzen 73 % aller befragten Unternehmen KI bereits regelmäßig oder in den meisten Prozessen ein. Eine zentrale Rolle für die Arbeit im Unternehmen nimmt sie jedoch nur für 10 % der Befragten ein. Zurückhaltender sind die Befragten, wenn es um die Leistungsfähigkeit von KI geht. 47 % sehen sie in der Lage, den geschäftlichen Anforderungen zu genügen.

Mehrheitlich kritisch wird auch auf die Organisationsstrukturen geblickt, die KI einsetzen. 42 % der Befragten geben an, dass die Organisation strukturell nicht so aufgestellt ist, dass sie den KI-Nutzen heben kann. 22 % sagen, dass die Organisationsform des Unternehmens das größte Hindernis für den KI-Erfolg darstellt. Ablehnend stehen 11 % der Befragten der KI-Technologie gegenüber.

Wenn es um den Integrationsgrad geht, sagen nur 18 %, dass KI unternehmensweit vollständig integriert ist. Nur 15 % der Befragten halten ihre Organisation für vollständig gerüstet, die eigenen KI-Erwartungen zu erfüllen. Als größte Skalierungsbremse nennen 38 % die fehlende Integration über Systeme hinweg.

Deutsche Perspektive

Für Deutschland identifiziert Publicis Sapient ein Muster. Danach sagen 35 % aller Befragten, dass KI im Alltag bereits unterstützend eingesetzt wird. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland damit weit vorne, so Publicis Sapient. Beim Integrationsgrad liegt Deutschland aber hinter dem Durchschnitt. Danach ist nur bei 10 % der Befragten KI unternehmensweit vollständig integriert. Die Erwartungshaltung ist jedoch hoch. 55 % der deutschen Befragten erwarten kurzfristig deutliche Skalierungsfortschritte. Skeptisch zeigt man sich jedoch, wenn es darum geht, wie gut man darauf vorbereitet ist. Nur 10 % stimmen zu, dass man ausreichend vorbereitet ist.

Blick auf die Energiebranche

Als zentrale Bremsen in der Energiebranche nennt Publicis Sapient operative Realitäten, die bei vielen Energieversorgern, Netzbetreibern und Stadtwerken vorzufinden sind – insbesondere Legacy-Systeme, fragmentierte Daten und langsame Governance-Strukturen.

Die Studienautoren merken an, dass die KI bei vielen Versorgern im Alltag angekommen ist. Als Einsatzgebiete werden Kundenservice, Instandhaltung und der Energiehandel genannt. Laut Publicis Sapient verpuffen die Effekte, die sich mit KI heben lassen, jedoch, solange Erzeugung, Netz und Vertrieb datenseitig getrennt sind. Das Beratungsunternehmen empfiehlt daher, zunächst die Systeme zu modernisieren und das Betriebsmodell um die KI herum neu zu denken, damit durch KI-Anwendung ein echter Vorsprung erreicht werden kann.

Zum englischsprachigen Download des Reports: publicissapient.com

„et“-Redaktion

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