Lkw an einer Ladesäule

Abhängig vom Anwendungsfall sind batterieelektrische Lkws wirtschaftlich günstiger als der Einsatz von Diesel-Flotten. (Bild: Adobe Stock)

Der Straßengüterverkehr spielt eine weiterhin zentrale Rolle für die schnelle und zuverlässige Lieferung von Gütern von Tür zu Tür. Handel, Industrie und kommunale Unternehmen sind von ihm abhängig. Gleichzeitig wächst der Kosten- und Modernisierungsdruck des Bereichs zunehmend.

Inzwischen sind batterieelektrische Lkws – abhängig vom Anwendungsfall – eine wirtschaftlich günstigere Alternative zum Einsatz von Dieselfahrzeugen. Um zu berechnen, ob sich der Umstieg lohnt, müssen die Gesamtbetriebskosten über die Nutzungsdauer hinweg betrachtet werden. Die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) unterstützt Speditionen, Unternehmen und Kommunen im Land deshalb mit zwei neuen Angeboten: dem Kostenvergleichsrechner für E-Lkw zur Berechnung der Gesamtbetriebskosten und dem Faktencheck E-Lkw mit Informationen zu Technik, Reichweite und Ladeinfrastruktur. Darin berücksichtigt sind unter anderem Kosten für Anschaffung, Energie bzw. Kraftstoffe, Wartung, Versicherung, Maut, Steuern, Restwerte und ggf. Investitionen in Ladeinfrastruktur.  Beide Angebote sind auf der Website der KEA-BW kostenfrei verfügbar.

Vertiefende Wirtschaftlichkeitsbetrachtung für E-Lkws

Die erweiterten Einstellungen des Kostenrechners bieten einen noch umfassenderen Einblick: Dort können zusätzliche Annahmen angepasst werden, etwa Kauf oder Leasing, Kapitalkosten, Restwert, Mautanteile, THG-Quote und Lade-Split mit getrennten Strompreisen für Depotladen und öffentliches Laden. Auch Ladeverluste, Wartungs- und Verbrauchswerte, Versicherung und Steuer sowie Investitionen in Ladeinfrastruktur lassen sich individuell ergänzen.

Damit eignet sich das Tool sowohl für einen ersten Einblick als auch für die Vorbereitung interner Abstimmungen und als Orientierung bei Investitionsentscheidungen. Das Tool macht es möglich, zentrale Annahmen sichtbar zu machen und wirtschaftlich sinnvolle Einsatzszenarien für Elektro-Lkw zu identifizieren.

Faktencheck E-Lkw gibt Einblick in Praxisdaten

Der Faktencheck E-Lkw ergänzt den Kostenrechner um Hintergrundinformationen. Er greift zentrale Fragen rund um verfügbare Fahrzeugtypen, Reichweiten, Ladeinfrastruktur und dazugehörige Flächen, Energieversorgung sowie Klimabilanz auf. Zudem geht er auf Sicherheit, Arbeitsschutz und konkrete Schritte zur Umstellung der Flotte ein.

Der Schwerpunkt liegt jedoch auf der Frage, welche Einsatzprofile bereits heute mit batterieelektrischen Lkw abgedeckt werden können. Hier helfen Praxisbeispiele aus Baden-Württemberg, die u. a. zeigen, dass moderne schwere E-Lkw je nach Batteriegröße und Einsatzprofil Reichweiten von 500 bis 700 km erreichen können. Das Zwischenladen in Lenk- und Ruhezeiten kann in vielen Fällen sinnvoll in bestehende Betriebsabläufe integriert werden.

Unternehmen bestätigen positive Erfahrungen mit E-Lkw

Unternehmen, die seit mindestens einem Jahr batterieelektrische schwere Nutzfahrzeuge einsetzen, berichten von hoher Zuverlässigkeit, Kosteneinsparungen, hohem Fahrkomfort und großer Fahrerakzeptanz. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Öko-Instituts. Auch die Reichweiten erfüllen laut Befragung vielfach die Anforderungen im Alltag. 93 % der befragten Unternehmen sind mit ihren E-Lkw zufrieden oder sehr zufrieden.

Die Befragung zeigt zugleich, dass die Markteinführung weiter mit Aufgaben verbunden ist. Besonders relevant bleiben aus Sicht der Unternehmen die hohen Kosten und der Ausbau von Netzanschlüssen für eigene Ladeinfrastruktur. Umso wichtiger ist es, Investitionsentscheidungen und Einsatzbedingungen umfassend zu betrachten.

Kostenvergleichsrechner E-Lkw: kea-bw.de/Elektro-LKW-Kostenrechner

Faktencheck E-Lkw: kea-bw.de/faktencheck-e-lkw

„et“-Redaktion

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