Würfel, die mit CO2 beschriftet sind. Eine Hand dreht einen Würfel um, der von einem grünen auf einen roten Pfeil wechselt.

Zwar sinken die CO2-Emissionen insgesamt leicht, dafür hat jedoch der Anteil aus der Nutzung fossiler Energieträger zugelegt. (Bild: Adobe Stock)

Der Anstieg der CO₂-Emissionen aus fossilen Energiequellen betrifft den Einsatz aller fossilen Energieträger. Kohle legte um 0,8 % zu, Öl um 1 % und Erdgas um 1,3 %. Die von vielen Ländern angestoßene Dekarbonisierung der Energiesysteme wiege die wachsende globale Energienachfrage nicht auf, so die Forschenden.

Insgesamt konstatiert das Global Carbon Project im Vergleich zum Vorjahr in der Gesamtbetrachtung leicht sinkende CO₂‑Emissionen. Grund seien u. a. rückläufige Emissionen in der Landnutzung. In diesem Sektor liegen die CO₂-Emissionen 2025 bei voraussichtlich 4,1 Mrd. t CO₂. Zudem haben sich laut den Projektbeteiligten die Meeresströmungen im äquatorialen Pazifik – bekannt als El Niño – wieder normaler verhalten. 2023 und 2024 hatte El Niño Hitze und Trockenheit in viele Regionen gebracht. 2025 konnten terrestrische Senken bzw. natürliche Ökosysteme wieder mehr CO₂ aufnehmen. Insgesamt sei der Einfluss des Klimawandels auf terrestrische Senken und Ozeansenken jedoch erheblich. Laut der Forschenden sind 8 % des Anstiegs der CO₂-Konzentration in der Atmosphäre seit 1960 darauf zurückzuführen.

35 Länder konnten Emissionen und Wirtschaftsleistung entkoppeln

Positiv heben die Forschenden hervor, dass es insgesamt 35 Ländern gelungen sei, ihre Emissionen bei wachsender Wirtschaftsleistung zu reduzieren. Damit hat sich die Zahl der Länder in dieser Kategorie innerhalb der letzten Dekade verdoppelt.

In der Einzelbetrachtung sind die CO₂-Emissionen in China 2025 um 0,4 % gewachsen. Nach den starken Anstiegen der vergangenen Jahre legt die Kurve dort nur noch langsam zu. Auch in Indien verlangsamt sich der Anstieg der CO₂‑Emissionen. Der Zuwachs liegt bei 1,4 %. Einen Sondereffekt hatte in dem Land ein früh einsetzender Monsun, der den Kühlbedarf in den heißen Monaten reduzierte. Ebenfalls steigende CO₂-Emissionen sind in den USA mit einem Zuwachs von 1,9 % und in der Europäischen Union mit 0,4 % zu verzeichnen. Erstmals in den Report aufgenommen wurde Japan. Dort sind die CO₂-Emissionen um 2,2 % gesunken. Im Rest der Welt legen sie um 1,1 % zu.

Im Verkehrssektor verzeichnet der internationale Luftverkehr Zuwächse, die oberhalb der Prä-Corona-Zeit liegen. Die CO₂-Emissionen steigen dort um 6,8 %, während sie im Schiffsverkehr gleichgeblieben sind.

CO2-Budget annähernd verbraucht

Insgesamt kommt der Report zu dem Schluss, dass das verbleibende CO₂-Budget annähernd verbraucht sei, wolle man das 1,5-Grad-Ziel noch einhalten. Aktuell könnten noch 170 Mrd. t CO₂ emittiert werden. Bei einer Fortsetzung der aktuellen Entwicklung wäre dieses Budget vor 2030 verbraucht.

Zeichen, dass die globalen Emissionen zügig sinken könnten, sehen die Forschenden nicht. Sie erwarten mit steigenden CO₂-Werten eine weitere Zunahme der globalen Erwärmung und der damit einhergehenden Effekte. Die CO₂-Konzentration in der Atmosphäre liege derzeit bei 425,7 ppm, 52 % oberhalb des vorindustriellen Levels.

Weitere Details unter: nature.com

„et“-Redaktion

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