Hochspannungskabel, die auf dem Meeresboden verlegt werden, sind zentraler Baustein der europäischen Stromversorgung. (Bild: Adobe Stock)
Eine entsprechende Absichtserklärung wurde am 22.04.2026 am Rande der WindEurope in Madrid unterzeichnet. Die gemeinsame europäische Initiative startet mit dem Ziel, die strukturelle Widerstandsfähigkeit der kritischen Infrastruktur, die für die Energiewende gebraucht wird, weiter zu stärken. Beteiligt sind Elia (Belgien), Energinet (Dänemark), 50Hertz (Deutschland) sowie TenneT (Deutschland und Niederlande). ÜNB, die Teil der 2022 gegründeten Offshore TSO Collaboration (OTC) sind, können sich künftig anschließen.
Robustheit des Systems stärken
Hintergrund der Initiative ist die zunehmende Bedeutung von Hochspannungskabeln, die auf dem Meeresboden verlegt werden, für die europäische Stromversorgung. Sie spielen im Zuge mit dem zunehmenden Ausbau der Offshore-Windenergie und der immer stärkeren Vernetzung der europäischen Länder durch Interkonnektoren, die grenzüberschreitende Stromflüsse ermöglichen, eine immer größere Rolle. Sie sind für die zuverlässige Übertragung von Strom aus erneuerbaren Energien an Land unverzichtbar. Störungen und längere Ausfälle dieser komplexen und strategisch wichtigen Anlagen – bspw. durch Störungen, Havarien oder Sabotage – können das Stromsystem empfindlich stören.
Die Absichtserklärung verpflichtet die Unterzeichner mindestens ein Jahr lang zum strategischen und technischen Austausch von Know-how. Geteilt werden soll das Wissen zu Reparaturprozessen, über Ersatzteile und zur Fehlererkennung. Zudem steht die gemeinsame Bestandsaufnahme verfügbarer Schiffe, Materialien und technischer Fähigkeiten auf der gemeinsamen Agenda. Durch die Kooperation sollen potenzielle Effizienzgewinne und gemeinsame Optimierungsmöglichkeiten identifiziert werden. Ziel sind schnellere und effizientere Reparaturen mit geringeren Auswirkungen auf das Stromsystem und die damit verbundenen Kosten.
Thematisch strukturierte Arbeitsgruppen
Aufgeteilt ist die Zusammenarbeit nach den Schwerpunkten Reparaturlogistik, Ersatzteile und Ausrüstung, Fehlererkennung sowie rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen. Um die Ausfallzeiten von Kabelsystemen zu begrenzen, zielt die gemeinsame Analyse auf skalierbare Lösungen und eine optimierte Ressourcennutzung.
Die weitere Zusammenarbeit soll in den kommenden Monaten Gestalt annehmen. Ergeben sich in der weiteren Ausgestaltung signifikante Vorteile für die beteiligten ÜNB, wäre die Weiterentwicklung der Initiative zur nachhaltigen und strukturellen Zusammenarbeit möglich.