Stilisierte Häuser, bei denen blaue Linien die Vernetzung andeuten.

Smart Meter Light könnte laut Octopus-Studie bis zu 36 Mio. Zählpunkten Zugang zu einer digitalen Messlösung ermöglichen. (Bild: Adobe Stock)

Für viele Haushalte braucht es nicht zwingend die volle technische Komplexität eines intelligenten Messsystems (iMSys) mit Smart-Meter-Gateway und Steuerungsfunktionen, so Octopus Energy. Der vorgeschlagene Smart Meter Light zielt stattdessen auf die digitale Erfassung von Stromverbräuchen und die sichere Übertragung von Viertelstundenwerten. Anwender könnten dann bspw. dynamische Stromtarife nutzen, ohne dass dafür der Rückgriff auf die komplette Infrastruktur eines intelligenten Messsystems nötig wäre. Octopus schlägt vor, dass der Zähler gleichzeitig so ausgelegt wird, dass er später zu einem vollständigen intelligenten Messsystem aufgerüstet werden kann.

Das Potenzial beziffert Octopus wie folgt: Auf Basis der in der Studie verwendeten Prognosen könnten 2032 von rund 63 Mio. Strommesslokationen etwa 36 Mio. außerhalb des verpflichtenden iMSys-Rollouts liegen. Damit könnte Smart Meter Light perspektivisch an bis zu 36 Mio. Zählpunkten zum Einsatz kommen und deutlich mehr Haushalten Zugang zu einer einfachen digitalen Messlösung ermöglichen.

Weniger Komplexität, geringere Kosten

Ein zentraler Vorteil des Smart Meter Light liegt laut Studie in einer schlankeren IT- und Hardware-Architektur. Auf das Smart-Meter-Gateway und die damit verbundene Gateway-Administration könnte für die untersuchten Anwendungsfälle verzichtet werden. Viele bestehende Prozesse und IT-Systeme der Messstellenbetreiber könnten dagegen weitergenutzt werden. Anpassungen wären insbesondere bei der Datenübertragung, dem Geräte- und Kommunikationsmanagement sowie der Verarbeitung der Messwerte notwendig.

Das spiegelt sich auch in der Kostenmodellierung wider: Für einen angenommenen grundzuständigen Messstellenbetreiber mit 100.000 Zählpunkten errechnet die Studie für den Smart Meter Light annualisierte Gesamtkosten von rund 51 bis 73 € je Zählpunkt und Jahr. Ein intelligentes Messsystem liegt im selben Modell, abhängig von der Konfiguration, bei rund 88 bis 105 €. Daraus ergibt sich ein modellierter Kostenvorteil von etwa 15 bis 54 € pro Zählpunkt und Jahr. Zu noch günstigeren Ergebnissen kommt die Studie bei wettbewerblichen Messstellenbetreibern: Hier wird mit 78 bis 93 € Kosten für das iMSys und 43 bis 63 € pro Jahr für das Smart Meter Light gerechnet.

Wege zur Markteinführung

Für die Markteinführung sind laut Studie vor allem ein verbindliches Produkt- und Schnittstellenprofil, geeignete Anforderungen an Messwertqualität und Cybersicherheit, Praxistests der Kommunikation sowie eine durchgängige Integration in die bestehenden IT- und Marktprozesse notwendig. Werden diese Arbeiten parallel vorangetrieben, erscheint ein Planungskorridor von rund 24 Monaten bis zur Rolloutfähigkeit plausibel.

Die von Octopus Energy initiierte Machbarkeitsstudie wurde unter anderem unter Einbeziehung der HORIZONTE-Group erarbeitet.

Die Studie kann hier heruntergeladen werden: octopusenergy.de

„et“-Redaktion

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