Bild des eHUB, eines würfelförmigen Gebäudes auf dem Campus der TU Darmstadt

Das eHUB ist ein inselfähiges Plusenergiegebäude, das sich bei einem Stromausfall unabhängig vom öffentlichen Netz weiter versorgen kann. (Bild: DiReX/Adrian Noltemeier)

Was passiert, wenn in einer Stadt für mehrere Tage der Strom ausfällt? Wie können wichtige Einrichtungen weiterarbeiten – und wie lässt sich vorhandene Energie dort einsetzen, wo sie am dringendsten gebraucht wird? Dazu wird an der TU Darmstadt mit dem eHUB – einem inselfähigen Plusenergiegebäude – geforscht.

Inselbetrieb möglich

Das eHUB kann sich bei einem Stromausfall vom öffentlichen Netz trennen und selbst mit Energie versorgen. Dafür nutzt es unter anderem Strom aus einer Photovoltaikanlage. Produziert das Gebäude mehr Energie, als es selbst benötigt, kann es einen Teil davon auch an die Nachbarschaft oder Kritische Infrastrukturen weitergeben. In der Krise könnte es so zur Anlaufstelle für die Bevölkerung werden, um Energie bereitzustellen, aber auch um wichtige Informationen zur aktuellen Lage zu erhalten. Möglich ist es auch, dezentrale Notfallnetze zu speisen, um z. B. Handymasten oder Ampeln mit Strom zu versorgen.

Während das eHUB in den Inselbetrieb gehen kann, sind viele der heute installierten Photovoltaikanlagen nicht dafür ausgelegt, bei einem Stromausfall das eigene Gebäude weiter mit Strom zu versorgen. Sie schalten sich aus Sicherheitsgründen automatisch ab, weil die verbauten Wechselrichter nur im Zusammenspiel mit dem öffentlichen Stromnetz arbeiten.

Entwicklung einer tragfähigen Notfallversorgung

Entwickelt wurde das eHUB im LOEWE-Zentrum emergenCITY. Dort erforscht die TU Darmstadt seit mehreren Jahren, wie Städte und Infrastrukturen Krisen besser überstehen können. Nun sollen die Erkenntnisse stärker in die Praxis gelangen. Eine zentrale Rolle übernimmt dabei das Anwendungs- und Transferzentrum Digital Resilience Xchange (DiReX). Dort geht es darum, aus solchen dezentralen Lösungen eine tragfähige Notfallversorgung für den Krisenfall zu entwickeln. Gemeinsam mit Politik, Verwaltung, Behörden, Betreibern Kritischer Infrastrukturen und Wissenschaft untersucht DiReX, wie dezentrale Energiequellen zu Notfallnetzen verbunden und verfügbare Energie im Krisenfall gezielt für besonders wichtige Funktionen eingesetzt werden kann.

Das Hessische Digitalministerium fördert DiReX von 2025 bis 2027 mit insgesamt rund 4 Mio. € aus Landes- und EU-Mitteln. Hinzu kommen rund 1 Mio. € Eigenmittel der TU Darmstadt.

Weitere Informationen: emergenCITY.de

„et“-Redaktion

Ähnliche Beiträge