Die Befragten in der Energiebranche stehen Transformationsherausforderungen positiv gegenüber. Eine hohe Zufriedenheit der Mitarbeitenden schützt Unternehmen jedoch nicht vor dem Verlust wertvollen Personals. (Bild: Adobe Stock)
Ende 2024 ermittelte die DIHK-Prognos-Studie [1] den bundesweiten Bedarf an Energie-Fachkräften für die Kernbranchen Solar, Wind und Wasserstoff und bezifferte den Personalmangel bis zum Jahr 2030 auf rund 560.000 Expertinnen und Experten. Das ambitionierte Ziel bis 2045 die Klimaneutralität zu erreichen, scheint damit ins Wanken zu geraten.
Dabei zählen Arbeitnehmende der Energiebranche 2025 zu den zufriedensten Belegschaften in Deutschland. Dies zeigt die repräsentative Arbeitszufriedenheits-Studie von YER Deutschland in Zusammenarbeit mit YouGov unter 1.118 Akademikerinnen und Akademikern, davon 274 aus der Energiebranche. Mit 95 % bewerten die in der Energiewirtschaft Beschäftigten ihre Arbeitsbedingungen als äußert positiv – und liegen damit 12 Prozentpunkte über dem Gesamtdurchschnitt aller Befragten. Die Abstände zu den Verfolgern sind groß. Die zweitplatzierte IT-Branche hat einen Zufriedenheitswert von 83 %. Auf sie folgt der Bereich Mobility mit 77 %.
Zufriedene Belegschaften, alles gut? Genau hier zeigt sich das Paradoxon. Laut Studie ist die Hälfte der befragten Arbeitnehmenden aus der Energiebranche trotz hoher Jobzufriedenheit offen für eine neue Beschäftigung – 18 % wollen im Jahr 2025 sicher wechseln, 32 % denken darüber nach. Eine schwierige Situation für Arbeitgeber, bedenkt man die ohnehin angespannte Personallage. Diese Tendenz bestätigt auch eine neue Studie der Bertelsmann Stiftung [2]. Sie zeigt, dass insbesondere aus Branchen mit hohem Fachkräftemangel viele Beschäftigte in Bereiche wechseln, in denen weniger Personalengpässe bestehen. Dies verschärft den ohnehin existierenden Fachkräftemangel. Ein Wechsel in die andere Richtung ist eher selten.