Abb. 3 Energiemonitoring am Dashboard

Abb. 3 Energiemonitoring am Dashboard (Quelle: Arvid Wünsch / KEDi)

Energieverbrauch in Produktion um ein Viertel reduziert

Bei PCW werden heute mithilfe einer Software 95 % der Energieflüsse messtechnisch erfasst, und sogar Wetterdaten können in die Energieanalyse einbezogen werden. Die Software bietet für jeden Messpunkt eine Analysefunktion und visualisiert die Daten, was einen guten Überblick über die Energieströme ermöglicht. Mithilfe dieser Transparenz konnte PCW viele Energieeffizienzmaßnahmen identifizieren und umsetzen. René Clauß berichtet: „Zum Beispiel konnten wir mithilfe der Software die Daten aus der Betriebsdatenerfassung mit den Lastgangdaten jedes Zählpunktes verknüpfen und haben so anhand der integrierten Wetterdaten im Winter festgestellt, dass eine Erweiterung der Freikühler notwendig ist.” 

Seit der Einführung des EMS konnte das Eilenburger Unternehmen seinen Energieverbrauch mithilfe des Energiedatenmanagements in der Produktion um rund 25 % reduzieren – Einsparungen, die dank der Software-Lösung sichtbar gemacht wurden. Das entspricht einer Emissionseinsparung von etwa 120 t CO2 pro Jahr.

Neben wirtschaftlichen Vorteilen profitieren Unternehmen auch, wenn sie ihr Engagement für Energieeffizienz nach außen tragen. Mit der Professionalisierung des EMS ist eine Zertifizierung nach ISO-Normen möglich, die dem Unternehmen seine Anstrengungen für mehr Energieeffizienz und Klimaschutz bescheinigt. 

Fördermöglichkeiten für die nachhaltige Umstellung von Prozessen 

Auf lange Sicht rechnet sich ein EDMS, auch für kleine und mittlere Betriebe. Die Anfangsinvestitionen stellen aber oft ein Hindernis dar. Die PCW GmbH hat bei der Erstinvestition in ihre Energiemanagementsoftware keine Fördermittel in Anspruch genommen. Rückblickend würde der Energiemanagement-Beauftragte Clauß jedoch die Beantragung einer Förderung über die Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft (EEW) empfehlen. 

In Modul 3 der EEW können Unternehmen einen Zuschuss oder zinsverbilligten Kredit für die Anschaffung und Installation von Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik sowie von Sensorik erhalten, die zum Energiemonitoring (Abb. 3) und für die Regelung von Energie- und Materialströmen genutzt wird. Auch der Erwerb und die Installation von Energiemanagementsoftware und die Schulung von Mitarbeitern im Umgang damit werden gefördert. 

Die Erhebung, Aufstellung und Zertifizierung einer standortbezogenen Energie- und Treibhausgas-Bilanz kann auch über Modul 5 der EEW gefördert werden. Darin wird die Erstellung von Transformationsplänen, also langfristigen Dekarbonisierungsstrategien, unterstützt. Wird die Teilnahme an einem Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerk nachgewiesen, können Unternehmen in Modul 5 der EEW eine um 10 Prozentpunkte erhöhte Förderquote erhalten [6]. 

Energieeffizienz als Basis der Transformation

Ein EMS ist für Unternehmen ein wesentlicher Baustein auf dem Weg zur Transformation Richtung Klimaneutralität. Ein möglichst effizienter Einsatz von Energie bildet die Basis für weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Klimabilanz, wie die Nutzung erneuerbarer Energien. Mithilfe eines EMS können Betriebe ihre Energiekosten und CO2-Emissionen nachhaltig reduzieren, unabhängiger von Fluktuationen an den Energiemärkten werden und ihre Resilienz steigern. Denn Energieeffizienz ist ein Wirtschaftsvorteil, der angesichts ambitionierter Klimaziele und des Umbaus des Energiesystems immer wichtiger wird.

Quellen

[1] Energiewechsel.de: www.energiewechsel.de/KAENEF/Navigation/DE/Energiewechsel/Energieeffizienz/Energieeffizienzgesetz/enefg-energieeffizienzgesetz.html
[2] Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) (08.08.2024): Informationen zur geplanten Novelle des EDL-G, www.bafa.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/Energie/Energieeffizienz_waermenetze/20240808.html
[3] Universität Stuttgart, Institut für Energieeffizienz in der Produktion (25.06.2024): Energieeffizienz-Index der deutschen Industrie, www.eep.uni-stuttgart.de/dokumente/EEI-Sommer-2024/Briefing_Event_2024_I.pdf
[4] Kompetenzzentrum Energieeffizienz durch Digitalisierung (KEDi) (03.2024): Aufbau eines softwaregestützten Energiedatenmanagements, www.dena.de/fileadmin/dena/Publikationen/PDFs/2024/KEDi_
Energiedatenmanagement.pdf, S. 2.
[5] Kompetenzzentrum Energieeffizienz durch Digitalisierung (KEDi) (03.2024): Aufbau eines softwaregestützten Energiedatenmanagements, www.dena.de/fileadmin/dena/Publikationen/PDFs/2024/KEDi_
Energiedatenmanagement.pdf, S. 4.
[6] Initiative Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerke (o. J.): Fördermöglichkeiten, www.effizienznetzwerke.org/arbeitshilfen/foerdermoeglichkeiten/

S. Wischner und C. Weidl, Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena), Berlin

Christina.Weidl@dena.de
Stephanie.Wischner@dena.de

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