Laut Smart-Meter-Studie 2026 von PwC müssen für die nächste Phase des Smart-Meter-Rollouts aus den vorhandenen Strukturen Standards entstehen, die in der Breite wirken und auch bei steigenden Einbauzahlen tragfähig sind. (Bild: Adobe Stock)
Das 20-Prozent-Ziel des Smart-Meter-Rollouts ist erreicht. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass sich dieser Wert auf die aggregierte Betrachtung aller grundzuständigen Messstellenbetreiber (gMSB) bezieht. Auf Ebene der einzelnen gMSB zeigte sich ein deutlich differenzierteres Bild: Zahlreiche Messstellenbetreiber verfehlten ihre individuellen Rollout-Ziele.
Da nun die Skalierungsphase ansteht, hat die aktuelle Smart-Meter-Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland (PwC) insbesondere die Prozessreife in den Blick genommen. Dort bestehen weiterhin große Unterschiede zwischen den gMSB: 57 % schätzen sich als überwiegend skalierungsfähig ein, als vollständig skalierungsfähig stuft sich kein Unternehmen ein. Insgesamt wurden 37 gMSB befragt. Damit deckt die Studie rund 21 % der deutschen Messlokationen ab.
Es fehlt am Reifegrad für die Skalierung
Auch wenn einige gMSB bereits Strukturen geschaffen haben, die als Orientierung für die weitere Skalierung dienen können, ist der Reifegrad noch nicht hoch. Er liegt bei den befragten Unternehmen im Schnitt bei 2,7 von 5. Die individuellen Werte reichen dabei von rund 1,2 bis 3,8. Laut PwC müssten für die nächste Phase aus den vorhandenen Strukturen Standards entstehen, die in der Breite wirken und auch bei steigenden Einbauzahlen tragfähig sind. Gleichzeitig plant fast die Hälfte (49 %) die Rollout-Mengen manuell, weitere 30 % kombinieren ein Planungstool mit Excel. Für den weiteren Hochlauf braucht es eine engere Verzahnung zwischen Planung, Beschaffung, Installation und der Zusammenarbeit mit Dienstleistern, so PwC.
Voraussetzungen vor Ort lassen Ersteinbau scheitern
In 74 % der Fälle gelingt die Installation im ersten Versuch. Bleibt sie erfolglos, liegen die Gründe nur selten beim Monteur und bei der Ausführung (8 %) oder in Lücken im Prozess und in der Planung (5 %). Die gMSB nennen vor allem die fehlende WAN-Anbindung sowie Probleme im Umfeld des Einbaus, etwa die Abwesenheit von Kundinnen und Kunden oder einen fehlenden Zugang zur Anlage (jeweils 84 %) als Gründe für das Scheitern. In 60 % dieser Fälle erschweren zudem bauliche Gründe wie der Anlagenzustand oder Platzmangel die Installation.
Kundensicht wird kaum aktiv genutzt
Eine weitere Schwachstelle beim Rollout ist die Aufarbeitung nach der Installation. 75 % der gMSB erfassen weder die Kundenzufriedenheit noch die Ursachen von Beschwerden systematisch. Zwar setzen 70 % digitale Informationen wie FAQ-Seiten oder Erklärvideos ein, 84 % nutzen jedoch kein eigenes CRM- oder Ticketsystem. PwC gibt zu bedenken, dass in der nächsten Phase nicht allein zählt, wie viele Smart Meter installiert werden, sondern sich die Unternehmen auch daran messen lassen müssen, ob aus den Erfahrungen im laufenden Betrieb konkrete Verbesserungen abgeleitet werden. Dafür müssen die gMSB die gesamte Kette im Blick behalten – von der Planung über den Einbau bis zur Rückmeldung der Kundinnen und Kunden.
Zum Download der Studie: pwc.de