Erneuerbare Energien lieferten auch 2025 mehr als die Hälfte des deutschen Stroms. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Anteile gegenüber fossilen Energieträgern jedoch nicht. Auch die CO₂-Emissionen des Energiesektors stagnieren. (Bild: Adobe Stock)
Der Löwenanteil des Stroms, der in Deutschland in das öffentliche Stromnetz eingespeist wurde, stammte 2025 aus der Windkraft. Insgesamt lag die Menge bei 132 TWh, wobei 106 TWh onshore und 26,1 TWh offshore erzeugt wurden. Ca. 87 TWh Strom wurden 2025 solar erzeugt. Knapp unter 20 % flossen in den Selbstverbrauch (16,9 TWh). Gegenüber 2024 legte die Windproduktion um 21 % zu, womit sie in der Nettostromerzeugung die Braunkohle vom zweiten Platz verdrängte. Die Biomasseverstromung wuchs um knapp 10 %. Sie lag 2025 bei 41,1 TWh. Die Wasserkraft ging aufgrund geringer Niederschläge auf 17,8 TWh zurück (−20 %).
In der Summe lieferten erneuerbare Quellen ca. 278 TWh des deutschen Stroms. Angestrebt waren jedoch 346 TWh. Grund für die Zielverfehlung sind der schleppende Windausbau sowie die hohen Eigenverbrauchsanteile aus der Solarerzeugung Hinzu kommt, dass Solar zunehmend in suboptimaler Ost-West-Ausrichtung installiert wird, was die Erträge schmälert, aber zur Netzverträglichkeit beiträgt.
Kapazitäten und Flexibilitäten
Insgesamt ging die Windproduktion aufgrund schlechterer Windverhältnisse um 3,2 % gegenüber 2024 zurück. Zudem blieb der Windausbau hinter der Zielsetzung für 2025 zurück. 76,5 GW waren vorgesehen. Mit 68,1 GW hinkt Deutschland der Quote um knapp 11 Prozentpunkte hinterher. Im Jahr 2025 wurden on- und offshore lediglich 4,79 GW neue Kapazitäten geschaffen.
Die installierte Solarleistung lag 2025 bei 116,8 GW. Der Anteil wuchs 2025 um fast 14 % (16,2 GW). Um die deutschen Klimaziele zu erreichen, müssten 2026 laut Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE 22 GW zugebaut werden.
In der EU-Betrachtung hat sich die Erzeugung aus PV in den letzten zehn Jahren verdreifacht, während die Kohlestromerzeugung um 60 Prozent zurückgegangen ist.
Mit Blick auf Flexibilitäten geht das Fraunhofer ISE 2030 von einem Batteriespeicherbedarf von 100 bis 170 GWh aus. Aktuell sind ca. 25 GWh Batteriespeicher installiert, wobei 80 % als Heimspeicher fungieren. Die Großspeicher legten 2025 um 60 % zu. Ihr Anteil ist mit 3,7 GWh jedoch überschaubar.
Fossile Erzeugung und Importe
Die Braunkohleerzeugung sank im Vorjahresvergleich um fast 5,5 % auf 67,2 TWh. Die Steinkohleerzeugung stieg um knapp 10 % auf 26,7 TWh. Erdgaskraftwerke produzierten 52,4 TWh für die öffentliche Stromversorgung und 26,1 TWh für den industriellen Eigenverbrauch. Damit legte Erdgas um 3,7 TWh zu. Das Niveau der Kohlendioxidemissionen veränderte sich nach ersten Hochrechnungen nicht. Es lag mit 160 Mio. t auf dem Niveau von 2024. Grund sind die gestiegenen Anteile aus der Kohleverstromung.
Insgesamt hat 2025 Deutschland mehr Strom importiert als exportiert. 76,2 TWh Importe stehen Exporten in Höhe von 54,3 TWh gegenüber. Der Importüberschuss von ca. 21,9 TWh ist damit im Vergleich zum Jahr 2024 um 6,4 TWh geschrumpft.
Weitere Informationen: ise.fraunhofer.de