Automatisierung und Digitalisierung schreiten weiter voran und sollen bei der Bewältigung der Folgen der Pandemie helfen

Automatisierung und Digitalisierung schreiten weiter voran und sollen bei der Bewältigung der Folgen der Pandemie helfen (Bildquelle: Pixabay)

Sechs von zehn Unternehmen treiben Digitalisierungsprojekte mit den größten Quick-Win-Aussichten sowie die Automatisierung von Prozessen voran. Das sind die Ergebnisse der Studie „Potenzialanalyse Operative Effizienz“ von Sopra Steria und dem F.A.Z.-Institut. 323 Entscheider sowie Führungskräfte und Spezialisten aus verschiedenen Branchen wurden befragt.

Die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit durch mehr Effizienz ist ein Dauerthema für Unternehmen – durch die weltweite Corona-Pandemie verstärkt sich der Druck. Die ökonomischen Auswirkungen sind enorm. Effizienzgewinne in Form von Einsparungen und Optimierungen entlang der Wertschöpfungskette werden in dieser Situation für viele Unternehmen noch wichtiger, um die Auswirkungen der Krise zu meistern.

In Zeiten von Corona fahren Entscheider zwar zunächst überwiegend auf Sicht. Frühzeitige Investitionen dürften jedoch bei der Bewältigung der Lage helfen und die operative Effizienz perspektivisch noch wichtiger werden. „Zahlreiche Unternehmen haben ihre digitalen Investitionsschwerpunkte strategisch klug gesetzt“, sagt Urs M. Krämer, CEO von Sopra Steria. „Viele Unternehmen haben in den letzten Jahren unter anderem große Summen in Digitalisierung und den Umbau ihrer Geschäftsmodelle investiert. Das kann sich in der Corona-Pandemie positiv auswirken, denn sie beschleunigt jetzt die digitale Transformation. In der folgenden Normalisierungsphase ist zu erwarten, dass sich sichtbare Verbesserungen in Form von neuem Geschäft, schnelleren Abläufen, geringeren Kosten oder vereinfachtem Arbeiten einstellen.“

Effizienzprogramme: Unternehmen fahren mehrgleisig

Für 41 % der Unternehmen war bereits vor den Auswirkungen der Corona-Pandemie eine höhere Umsatzrendite im eigenen Unternehmen ein Ziel mit hoher Priorität, so die Studie. Das Personal soll beispielsweise weniger Arbeitszeit mit nicht wertschöpfenden Aufgaben verbringen. 22 % der Unternehmen wollen die sogenannte Accountability steigern. Jeder zweite befragte Entscheider erwartet einen Automatisierungsboom, auch weil das Potenzial neuer Technologien derzeit nicht ausgeschöpft wird. Sechs von zehn Unternehmen treiben Digitalisierungsprojekte mit den größten Quick-Win-Aussichten sowie die Automatisierung von Prozessen voran.

71 % der Unternehmen wollen in diesem Zuge ineffiziente Abläufe durch neue ablösen. Jedes zweite geht hierzu methodisch auf Spurensuche, um Effizienzbremser zu beseitigen. „Viele Geschäftsprozesse laufen heute IT-unterstützt ab. Durch Datenspuren ist es viel leichter zu ergründen, wie sich ein Prozess beschleunigen oder der Aufwand reduzieren lässt“, sagt Jens Rohde, Experte für digitales Prozessmanagement von Sopra Steria Next. „Wer Arbeitsabläufe frühzeitig digitalisiert und automatisiert hat, verschafft sich bei ad hoc erforderlichen Maßnahmen zur Reorganisation von Prozessen aufgrund der Pandemie mehr Möglichkeiten. Sie können per Fernzugriff oder teilautomatisiert weiterlaufen. Auch die Priorisierung von Ressourcen geht bei transparenten Prozessen deutlich leichter von der Hand.“

Digitalisierung und Prozessverbesserungen sind allerdings nur zwei in einer ganzen Reihe von Maßnahmen: Mehr als jedes zweite Unternehmen stellt die Produkt- und Leistungspalette auf den Prüfstand. Ziele sind eine Vereinheitlichung und ein verstärkt modularer Aufbau. Spartensilos sollen aufgebrochen werden. Outsourcing verliert für bestimmte Aufgaben etwas an Bedeutung. Nearshore- und Offshore-Dienstleister bleiben aber wichtig, wenn sich Alternativen wie Robotic Process Automation (RPA) nicht eignen, beispielsweise beim Auslagern komplexer Prozesse und ganzer Geschäftsbereiche, die nicht Kerngeschäft sind.

„Faktor Mensch“ ist entscheidend

Abseits der klassischen Rationalisierungsprogramme und losgelöst von Corona investieren vor allem verarbeitende Industrie sowie öffentliche Verwaltung und Energieversorger bewusst auch in die Gesundheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Rund jeder dritte Entscheider möchte im normalen Unternehmensalltag den Krankenstand senken. Dieser hatte 2018 mit durchschnittlich 18,5 Fehltagen pro Arbeitnehmer einen neuen Höchststand erreicht, ergab der Gesundheitsreport der Betriebskrankenkassen im Dezember. Um Fehltage zu reduzieren, investieren branchenübergreifend 38 % der Unternehmen und Verwaltungen in das betriebliche Gesundheitsmanagement, bei Behörden und Versorgern sind es 58 %. Dazu gehören beispielsweise Angebote zur Prävention typischer Erkrankungen, aber auch die Entwicklung professioneller Abläufe im Falle von Krisen.

Für zwei von drei Entscheidern ist zudem Wertschätzung ein zentraler Hebel, damit das eigene Unternehmen insgesamt effizienter arbeitet. 40 % wollen die Mitarbeiterzufriedenheit steigern. Sie bauen beispielsweise Hierarchien ab, Teams sollen eigenverantwortlicher und damit schneller handeln können. Zudem sollen Abteilungsgrenzen überwunden werden.

Die Studie kann unter https://www.soprasteria.de/newsroom/publikationen/studie/potenzialanalyse-operative-effizienz herunter geladen werden.

et-Redaktion

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