Schematische Übersicht über das Projekt GET H2 Nukleus inklusive zukünftiger Integration des Kavernenspeichers in Epe. Eine Deutschlandkarte visualisiert zudem die Lage des Projekts im Nordwesten Deutschlands.

Das Projekt GET H2 Nukleus setzt sich aus der Wasserstoff-Erzeugung in Lingen, dem Transportnetz nach Marl und dem dort angesiedelten Chemiepark als Abnehmer zusammen. Perspektivisch wird auch ein Wasserstoffspeicher in EPE noch angeschlossen. (Bild: GET H2)

Die im niedersächsischen Lingen stehenden 100-MW-Elektrolyseanlagen werden von RWE betrieben. Das Leitungsnetz, das Niedersachsen mit dem nördlichen Ruhrgebiet verbindet, gehört dem Fernleitungsnetzbetreiber Nowega und OGE sowie der Evonik-Tochter SYNEQT. Die Leitungen gehören zu den ersten Teilen des Wasserstoff-Kernnetzes, das bundesweit aufgebaut wird. Der Wasserstoff kommt im Chemiepark Marl zum Einsatz, der Evonik gehört.

Teile des Projekts GET H2 Nukleus werden im Rahmen des IPCEI-Programms (Important Projects of Common European Interest) Hy2Infra vom Bund sowie den Ländern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gefördert. Für OGE gehen damit die ersten Wasserstoffleitungen in den Netzbetrieb. Für das Unternehmen stellt der Betriebsbeginn einen wichtigen Schritt für den Aufbau der Wasserstoffwirtschaft in der Region und in Deutschland dar. OGE schafft mit dem Projekt Grundlagen für das künftige Marktdesign. Zudem erprobt das Unternehmen zentrale Prozesse wie Netzzugang, Kapazitätsbuchung und Bilanzierung im realen Betrieb.

300 MW Elektrolyseleistung ab 2027

Laut RWE Generation SE zeigt GET H2 Nukleus, dass das Zusammenspiel zwischen Elektrolyse, Transportinfrastruktur und Abnahme funktioniert. RWE arbeitet aktuell an der vollständigen Inbetriebnahme ihrer Elektrolyseanlagen. Sie werden in den nächsten Monaten auf den kommerziellen Betrieb vorbereitet. Bis Ende 2026 sollen 200 MW in Betrieb sein, ab 2027 soll die gesamte Anlage mit 300 MW Wasserstoff herstellen.

Der in den Elektrolyseanlagen produzierte Wasserstoff erfüllt die EU-Anforderungen für erneuerbare Kraftstoffe nicht-biologischen Ursprungs (RFNBO). Abnehmer erhalten entsprechende Nachhaltigkeitsnachweise. Sie können den grünen Wasserstoff aus Lingen somit auf ihre Dekarbonisierungsziele anrechnen.

Zukunftsorientierte Weiterentwicklung des Chemieparks

Projektpartner Nowega lobte anlässlich der Inbetriebnahme des Projekts den frühzeitigen Austausch zwischen den Beteiligten und die gemeinsame Projektentwicklung mit den Transportkunden. Die konstruktive Zusammenarbeit habe wichtige Impulse für die Ausgestaltung des neuen Gesamtsystems gesetzt.

SYNEQT erklärte, dass das Projekt die Tür für einen nachhaltigen Wandel am Standort Marl öffne und sich der Chemiepark nun zukunftsorientiert weiterentwickeln könne. Die Verfügbarkeit stärke die Attraktivität für neue Ansiedlungen.

Weitere Leitungsprojekte bis 2027

An GET H2 Nukleus anknüpfende Leitungsprojekte sind bereits fertiggestellt oder in Bau. Hierzu zählt die Ende 2025 von OGE und Nowega fertiggestellte 10 Kilometer lange Neubauleitung von Heek nach Epe zur Anbindung des Wasserstoffspeichers. RWE Gas Storage West startet Ende 2026 in Epe mit der Befüllung des ersten kommerziellen Kavernenspeichers für Wasserstoff in Europa. Er soll Mitte 2027 in Betrieb gehen.

Um weitere Industriekunden anzubinden, wird ebenfalls von OGE und Nowega bis 2027 eine bestehende Leitung von Legden nach Dorsten auf Wasserstoff umgestellt und eine Leitung von Dorsten nach Marl neu gebaut. Bereits fertiggestellt ist zudem eine Leitung, mit der die SYNEQT den Chemiepark Marl und die Raffinerie in Gelsenkirchen-Scholven verbindet.

Weitere Informationen: get-h2.de

„et“-Redaktion

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