Aus Sicht des NWR schränkt gerade zu Beginn des sich entwickelnden Wasserstoffmarktes eine zu restriktive Regulierung den Lösungsraum ein und hat eine prohibitive Wirkung auf dringend benötigte Wasserstoffprojekte.

Aus Sicht des NWR schränkt gerade zu Beginn des sich entwickelnden Wasserstoffmarktes eine zu restriktive Regulierung den Lösungsraum ein und hat eine prohibitive Wirkung auf dringend benötigte Wasserstoffprojekte (Quelle: Pixabay).

Schafft Deutschland jetzt keine verlässlichen Rahmenbedingungen und einen schnellen Aufbau und Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft, droht eine Verlagerung von Wertschöpfungsketten ins Ausland – mit entsprechenden Verlusten von Arbeitsplätzen und Einbußen bei der Wettbewerbsfähigkeit vieler weiterhin auf gasförmige Energieträger angewiesenen Wirtschaftszweige.

„Die deutsche und auch europäische Energielandschaft steht vor einem fundamentalen Wandel. Wasserstoff hat das Potenzial, in vielen Sektoren als Schlüsseltechnologie zu fungieren. Aktuell klafft jedoch eine immer größere Lücke zwischen Ambitionsniveau und Realität“, sagt Katherina Reiche, Vorsitzende des NWR. „Weitere Verzögerungen beim Wasserstoffhochlauf können wir uns nicht mehr leisten. Die Ampel für grünen Wasserstoff steht auf Rot.“

Eine der Haupthürden sieht der NWR darin, dass die Preisdifferenz zwischen Angebotsseite und der Zahlungsbereitschaft und -Fähigkeit auf der Abnahmeseite zu groß ist. Lösungsinstrumente sind zwar vorhanden, aber nicht mit ausreichenden Mitteln hinterlegt, um einen kontinuierlichen Hochlauf in einen liquiden Wasserstoffmarkt zu ermöglichen. 

Weiter ausgebremst wird dieser Hochlauf zudem durch ein komplexes und kompliziertes regulatorisches Umfeld. Aus Sicht des NWR schränkt gerade zu Beginn des sich entwickelnden Wasserstoffmarktes eine zu restriktive Regulierung den Lösungsraum ein und hat eine prohibitive Wirkung auf dringend benötigte Wasserstoffprojekte. Für den Auf- und Ausbau der benötigten Infrastrukturen sind neben ausreichend attraktiven Rendite- und Risikoprofilen auch Planungssicherheit und Vertrauen in die Politik für die Marktteilnehmer entscheidend.

Der Nationale Wasserstoffrat

Mit der Verabschiedung der Nationalen Wasserstoffstrategie hat die Bundesregierung am 10. Juni 2020 den Nationalen Wasserstoffrat berufen. Der Rat besteht aus 26 hochrangigen Expertinnen und Experten der Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, die nicht Teil der öffentlichen Verwaltung sind. Die Mitglieder des Wasserstoffrats verfügen über Expertise in den Bereichen Erzeugung, Forschung und Innovation, Dekarbonisierung von Industrie, Verkehr und Gebäude/Wärme, Infrastruktur, internationale Partnerschaften sowie Klima und Nachhaltigkeit. Der Nationale Wasserstoffrat wird geleitet durch Katherina Reiche, Parlamentarische Staatssekretärin a. D.

Aufgabe des Nationalen Wasserstoffrats ist es, den Staatssekretärsausschuss für Wasserstoff durch Vorschläge und Handlungsempfehlungen bei der Umsetzung und Weiterentwicklung der Wasserstoffstrategie zu beraten und zu unterstützen.

Weitere Informationen unter wasserstoffrat.de.

„et“-Redaktion

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