„et“: Wie tragen Sie mit Sedotec und Vamocon dazu bei?
Seiler: Mit Vamocon 1250 und Vamocon 5000 haben wir innovative Schaltanlagen, die modular, digital, energieeffizient und nachhaltig sind. Mit Vamocon 1250 fahren Betreiber – bildlich gesprochen – ein modernes Elektroauto und können über die Lebenszeit bis zu 13 t CO2 einsparen sowie einen mittleren fünfstelligen Eurobetrag. Produkte anderer Anbieter bieten lediglich überholten Verbrenner-Standard. Aber vor allem sind unsere Anlagen benutzerfreundlich. Auch darin sehen wir uns absolut führend. Der Kunde bekommt genau das, was er braucht, so, wie er es braucht, und genau dorthin, wo er es braucht. Wir haben teilausgebaute Schaltfelder mit Kupfer unabhängig von der Wahl der Schaltgeräte in Serie gebracht. Die noch mit dem Schaltgerät zu verbauenden Artikel liegen dann feldbezogen griffbereit zur Endmontage bereit.
„et“: Und das reicht aus, um alle anderen Anbieter zu überholen?
Seiler: So viele sind das ja gar nicht, die vor uns liegen. Es gibt einen unschlagbaren Vorteil bei unseren Produkten: Weil unsere Felder teilausgebaut geliefert werden, lassen sie sich viel schneller ausbauen, als andere. Wo andere acht Stunden pro Feld kalkulieren, genügen bei Vamocon zwei Stunden – und das sind Aussagen unserer Kunden, der Schaltanlagenbauer. Die sagen auch, dass junge Fachkräfte lieber programmieren als montieren wollen. Das unterstützen unsere Schaltanlagen ideal. Dazu passt auch unser Online-Konfigurator Vamocad, den Anwender und Wettbewerber als den besten Konfigurator am Markt beurteilen, weil er einfach, schnell und anwenderorientiert ist. So liefern wir schon lange Produkte für die „Generation Next“, wie ich die Jungen gerne respektvoll nenne.
Zum Teilausbau der Felder gehört auch das Kupfer für die Stromführung. Wir haben eines der europaweit modernsten Bearbeitungszentren für Kupfer und können schnell und passgenau fertigen. Viele Schaltanlagenbauer fertigen ihr Kupfer noch immer selbst, weil eine Maschine und ein Mitarbeiter „eh da“ sind. Diese „eh da“-Kosten sind jedoch nicht wirtschaftlich. Und die Fachkraft zu ersetzen, wenn sie in Rente geht, wird nahezu unmöglich werden. Man kann sich nun ausrechnen, welche Produktivitätssteigerung ein Unternehmen mit unserem Gesamtpaket aus Blech und Kupfer generieren kann. Dabei ist jedoch ein mögliches Umsatzwachstum gar nicht mal das Entscheidende.
„et“: Wie meinen Sie das? Worum geht es heute dann im Kern?
Seiler: Es geht darum, wie Unternehmen ihr Geschäft überhaupt aufrechterhalten können, wenn die Baby-Boomer in Rente gehen. Denn dann finden sie schlichtweg nicht mehr genügend Fachkräfte, um den Umsatz überhaupt zu halten, geschweige denn, zu wachsen. Deshalb sind unsere Schaltanlagen so montagefreundlich konzipiert, dass ein Unternehmen mit halb so vielen Fachkräften immer noch in der Lage sein wird, seinen Umsatz zu steigern. Dazu gehört auch, dass wir kein Herrschaftswissen aufbauen, uns nicht abschotten, sondern uns mit vertikal durchgängiger Transparenz vernetzen. Nur so entstehen anwendungsfreundliche Produkte.
Herr Seiler, vielen Dank für das Interview.

