Der AGFW appeliert an Wirtschaftsminister Habeck, Fernwärmeversorger bei der Gasumlage zu berücksichtigen, da 50 Prozent der Fernwärme aus Gas erzeugt wird.

Über die Hälfte der Fernwärme in Deutschland wird – wie hier in Berlin-Marzahn - aktuell aus Gas gewonnen. Deshalb müssen laut AGFW die Fernwärmeversorger dringend bei der Gasumlage berücksichtigt werden (Quelle: Laufkötter)

Mit der neuen Gasumlage sollen Gasimporteure ab dem 1. Oktober 2022 die Möglichkeit bekommen, ihre gestiegenen Beschaffungskosten auf die Verbraucher umlegen zu können. Bislang ist in dieser Gaspreisanpassungsverordnung für die Fernwärme nichts separat geregelt. Sollte sich dies nicht ändern, müssten Fernwärmeversorger, darunter viele Stadtwerke in Deutschland, die Gaspreisumlage an den Gasimporteur zahlen, könnten diese jedoch selbst nicht auf ihre Fernwärmekunden umlegen. Die Folge wäre laut AGFW bei zahlreichen Unternehmen die Zahlungsunfähigkeit innerhalb kürzester Zeit.

„Tritt die Verordnung mit dem aktuellen Stand in Kraft und gibt es keine Unterstützung für die Branche, ist die Versorgungssicherheit im Winter massiv bedroht“, warnt AGFW-Geschäftsführer Werner Lutsch. „Wir stehen seit Bekanntwerden der Pläne in engem Austausch mit dem Bundeswirtschaftsministerium, um unsere Bedenken zu erläutern.“ Bislang konnte jedoch noch keine Lösung gefunden werden.

Stadtwerke von Insolvenz bedroht

„Knapp die Hälfte der Fernwärme in Deutschland wird aktuell aus Gas gewonnen. Eine Lösung in der Gaspreisanpassungsverordnung wäre die einzige Möglichkeit gewesen, das Problem kurzfristig zu lösen. Wenn wir jetzt auf eine Anpassung des Energiesicherheitsgesetzes warten müssen, wird es sicher noch einige Monate dauern, bis die Versorger ihre Mehrkosten durch die Gasumlage weitergeben können“, so Lutsch. Je nach Gasanteil in der Fernwärmeerzeugung könne das den Unternehmen früher oder später zum Verhängnis werden.

„Die von der Bundesregierung angestrebten Klimaziele wären damit definitiv in Gefahr“, so der AGFW-Geschäftsführer. „Die Branche könnte aufgrund von Liquiditätsengpässen den eingeschlagenen Transformationskurs in Richtung klimaneutraler Wärmeversorgung nicht fortsetzen. Das gerade von der EU-Kommission freigegebene Förderpaket BEW wäre in diesem Kontext nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.“

EHP-Redaktion

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