Gliederungsschema der Matrix bzgl. AGFW-Orientierungshilfe zur Digitalisierung in der Fernwärmebranche

Gliederungsschema der Matrix und Anwendungsprinzip als „Scorecard“ (Quelle:AGFW)

Die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien zur Vernetzung technischer Anlagen unterstützt die Fernwärmebranche auf ihrem Weg in der Wärmewende. Jedoch ermöglichen nicht nur die technischen Entwicklungen und Veränderungen am eigentlichen Energiesystem Beiträge der Fernwärme zur Transformation in ein Energiesystem der Zukunft. Vielmehr sind es begleitende Maßnahmen und Schritte, die technische Lösungen und Optimierungen wie auch veränderte Geschäftsprozesse und -modelle umsetz- und steuerbar werden lassen. Diese begleitenden Maßnahmen werden in der Diskussion oft unter der Überschrift Digitalisierung subsummiert. Da der Begriff häufig undifferenziert genutzt wird, kann für das Wort Digitalisierung mitunter der Eindruck der Beliebigkeit entstehen.

Der AGFW hat vor diesem Hintergrund die „AGFW-Orientierungshilfe zur Digitalisierung in der Fernwärmebranche“ beauftragt. Die durch die GEF Ingenieur AG, Indevo GmbH und HDP Advision GmbH durchgeführte Studie gibt zuerst einen Überblick über den Zweck und die Handlungsfelder der Digitalisierung in Fernwärmeversorgungsunternehmen. Danach folgt in der Darstellung des Stands der Technik eine detaillierte Einsicht in aktuelle Trendthemen. Zusätzlich werden häufig diskutierte leitungsgebundene und kabellose Datenübertragungstechnologien mit ihren fernwärmebezogenen Charakteristika und die technischen Grundlagen für die Bewertung ihres Einsatzes in Fernwärmesystemen dargestellt.

Im Anschluss an die Darstellung der Grundlagen wird eine im Rahmen der Studie erarbeitete Methodik zur Bewertung des Digitalisierungsgrads des eigenen Unternehmens vorgestellt. Die Methodik basiert auf der Strukturierung der Geschäftsprozesse in verschiedene Handlungsfelder und verschiedene Digitalisierungsstufen, die in ihrer Gesamtheit den aktuellen Grad der Digitalisierung eines Prozesses oder einer Anlage darstellen. Als Darstellungsart wurde eine Matrix gewählt (Bild), die als Grundlage dienen kann, das Unternehmen oder einen Geschäftsbereich auf seinen Digitalisierungsgrad hin zu untersuchen und spezifische Schritte abzuleiten, die zur Steigerung dessen ergriffen werden können.

Zur besseren Veranschaulichung und zur Validierung der Praxistauglichkeit wurde die Matrix durch das Konsortium für die drei Praxisbeispiele „Umwälzpumpe (Praxisbeispiel 1)“, „Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage (Praxisbeispiel 2)“ und „Predictive Maintenance (Praxisbeispiel 3)“ erarbeitet. Sie ist bei entsprechendem technischen Fach- und Prozesswissen jedoch universell für jede Art von Prozess oder Anlage anwendbar.

Die digitale Version der AGFW-Orientierungshilfe steht auf der Homepage des AGFW zum Download bereit. Die Praxisbeispiele sowie eine Blanko-Matrix, die zur Analyse eines eigenen Geschäftsprozesses oder einer technischen Anlage genutzt werden können, sind auf der gleichen Seite zu finden.

Zur Studie

Werner R. Lutsch, Dr. Heiko Huther, AGFW

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