Grasbrook heißt der neu entstehende Hamburger Stadtteil, der von Enercity mit Wärme und Kälte versorgt werden soll (Quelle: Martin Elsen)
Für die Versorgung der Quartiere auf dem Grasbrook südlich der Elbe wird Enercity ihr bestehendes Wärmenetz erweitern, über das bereits die östliche Hafen-City sowie der Stadtteil Rothenburgsort überwiegend mit industrieller Abwärme aus dem Werk der Aurubis AG versorgt werden. Zusätzlich sollen neue lokale Erzeugungsanlagen zur dezentralen Wärmeerzeugung beitragen. Ab 2035 kommt im Hafentorquartier eine netzgebundene Kälteversorgung auf Basis erneuerbarer Energien und überschüssiger Industrieabwärme hinzu.
Das Enercity-Konzept setzt auf eine vernetzte und integrierte Erzeugung und Lieferung von Energie zum Heizen und Kühlen, die zusammen mit der Quartiersentwicklung wachsen soll. Neben den neuen Erzeugungsanlagen gehören dazu auch weitere rd. 7,3 km Wärmeleitungen sowie im Hafentorquartier etwa 1,8 km Kälteleitungen, die auf dem Grasbrook in den nächsten Jahren gebaut werden.
Die städtische Hafen-City Hamburg entwickelt den neuen Stadtteil auf früheren Industrie- und Logistikflächen. Auf dem rd. 47 ha großen Gelände sollen mindestens 3.000 Wohnungen und rd. 16.000 Arbeitsplätze entstehen. Die ersten Grundstücke für eine Mischnutzung mit Wohnen, Büro, Einzelhandel oder Hotel werden bereits vermarktet. Die ersten Bauvorhaben im Moldauhafenquartier können ab Herbst 2028 starten.
Modulares System
In der ersten Ausbaustufe wird der neue Stadtteil an das bestehende Enercity-Wärmenetz angebunden. Mit dem Quartier wächst auch die Erzeugung. Neben neuen, auf regenerativen Energien basierenden Wärmeerzeugungsanlagen außerhalb sollen später auch direkt im neuen Stadtteil zusätzliche Erzeugungsanlagen zur Wärme- und Kälteversorgung beitragen. Vorgesehen sind u. a. Wärmepumpen, die Umweltwärme aus Luft und gegebenenfalls Abwasser nutzbar machen.
Das modular aufgebaute System lässt sich an den tatsächlichen Wärme- und Kältebedarf des wachsenden Stadtteils anpassen, sodass weitere erneuerbare Wärmequellen flexibel eingebunden werden können. Bis 2040 soll so der Anteil im Grasbrook aus erneuerbaren Energien und unvermeidbarer Abwärme auf 100 % steigen.
Zentrale Infrastruktur für Wärme und Kälte
Die gemeinsame Planung von Wärme und Kälte reduziert den Bedarf an separaten Erzeugungsanlagen in den einzelnen Gebäuden – und damit auch den Flächenbedarf für technische Anlagen. Zudem berücksichtigt das System die unterschiedlichen Verbrauchsprofile von Wohnen und Gewerbe: Während im Moldauhafenquartier vor allem Wärme benötigt wird, ist im gewerblich geprägten Hafentorquartier zusätzlich ein höherer Kältebedarf zu decken.
Sascha Brandt, Leiter der Niederlassung Hamburg der Enercity Contracting Nord: „Wir bringen verschiedene Energiequellen in einem effizienten Verbundsystem für die Wärme- und Kälteversorgung zusammen: Unvermeidbare industrielle Abwärme, Großwärmepumpen für die Erschließung lokaler Wärmequellen, ebenso wie Biomethan zur Deckung der Bedarfsspitzen. Wir freuen uns, unsere Erfahrung als bundesweit tätiger Wärmeversorger auf dem Grasbrook einzubringen und unsere Wärmeinfrastruktur in Hamburg passgenau für den tatsächlichen Bedarf des neuen Stadtteils weiterzuentwickeln.“