Freude über Förderbescheide für drei Wärmewendeprojekte (v.l.): Falk Günther, Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg Netze, Raoul Schmidt-Lamontain, Heidelbergs Umwelt- und Klimabürgermeister, Konzerngeschäftsführer Prof. Dr. Rudolf Irmscher, Heidelbergs Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckhart Würzner, Michael Teigeler, Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg Energie (Quelle: Stadtwerke Heidelberg)
„Die Stadt Heidelberg geht gemeinsam mit den Stadtwerken Heidelberg bei der Wärmewende voran“, betonte Oberbürgermeister Eckart Würzner. „Die enormen Investitionen, die für den Umbau auf erneuerbare Energien notwendig sind, können wir aber nicht allein stemmen. Deshalb freue ich mich, dass wir mit der Förderung im hohen zweistelligen Millionenbereich kräftigen Rückenwind für den Aus- und Umbau der Fernwärmeinfrastruktur in Richtung Klimaneutralität erhalten. Die Stadtwerke konnten damit den ersten Finanzierungsbaustein sichern, um die nächsten Schritte der kommunalen Wärmeplanung in Heidelberg zu realisieren.“
Fernwärme soll bis 2035 klimaneutral werden
Gesamtstädtisch will Heidelberg bis 2040 klimaneutral werden. Wie dieses Ziel im Wärmesektor erreicht werden soll, zeigt der kommunale Wärmeplan der Stadt auf, der federführend vom städtischen Umweltamt erarbeitet wurde. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Ausbau der Fernwärme. Aktuell wird bereits rund 50 % der Fernwärme CO2-frei erzeugt. Bis 2035 wollen die Stadtwerke Heidelberg sie klimaneutral gestalten.
Dafür bauen die Stadtwerke weitere Fernwärmeerzeugungsanlagen auf Basis erneuerbarer Energien und entwickeln zudem das Fernwärmenetz kontinuierlich weiter. Die Kosten für den Auf- und Umbau werden auf mehrere Hundert Millionen Euro geschätzt. Für die Finanzierung setzen die Stadt und die Stadtwerke Heidelberg auf einen Mix an Lösungsansätzen.
Dazu gehören auch Fördermittel der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW), die die Stadtwerke Heidelberg im Spätherbst 2024 beantragt hatten. Drei Bundesfördermittel in Gesamthöhe von 86 Mio. € wurden für die geplanten Fluss- und die Abwasserwärmepumpe sowie für den Ausbau des Fernwärmenetzes bewilligt. Der Bewilligungszeitraum beträgt vier Jahre und endet im November 2029. „Mit diesen Mitteln können wir die wichtigsten anstehenden Projekte aus der kommunalen Wärmeplanung umsetzen“, sagte Raoul Schmidt-Lamontain, Bürgermeister für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität.
Bürgerbeteiligung über Genussrechte
„Die Zusage motiviert uns, unseren bisherigen Weg weiterzugehen. Nun steht im nächsten Schritt an, den Fremd- und Eigenkapitalanteil für diese Projekte zu beschaffen. Auf Basis dieser Förderzusage arbeiten wir nun an der Gesamtfinanzierung“, sagte Michael Teigeler, Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg Energie, zuständig für die energiewirtschaftliche Ausrichtung im Unternehmen: „Daran können sich auch die Bürgerinnen und Bürger in Heidelberg bald wieder aktiv beteiligen.“
Nach dem Erfolg des Bürgerfinanzierungsprodukts „Heidelberg Klima Invest“ im Jahr 2024 plant der Energieversorger, im Frühjahr 2026 erneut Genussrechte auf den Markt zu bringen. Im Jahr 2024 waren innerhalb von vier Tagen so viele Registrierungen eingegangen, dass die maximale Emission von 6 Mio. € erreicht war. Für die nächste Emission rechnet Teigeler mit einer ähnlich starken Nachfrage.
Nächste Schritte
Als nächste Schritte hin zu einer klimaneutralen Fernwärmeversorgung sind der Bau einer Flusswärmepumpe in Bergheim am südwestlichen Ende der Ernst-Walz-Brücke und einer Abwasserwärmepumpe in Nähe der Kläranlage Nord geplant. Für die Flusswärmepumpe im innenstadtnahen Bereich wurde eine städtebaulich und architektonisch hochwertige Lösung gefunden.
Die Stadtwerke Heidelberg werden nun mit den Detailplanungen starten und die Ausschreibungen für die verschiedenen Gewerke vorbereiten. Wenn alles gut läuft, können Anfang 2027 die Bauarbeiten beginnen.