Freuen sich über den Förderbescheid für die Stadtwerke Nordfriesland (v.l.): Geschäftsführer Dr. Jan Schulz sowie Frank Christiansen, Vertriebsleiter und Prokurist (Quelle: Stadtwerke Nordfriesland)
Schon seit 2018 sind die Stadtwerke Nordfriesland auf der Suche nach einem geeigneten Modell, um die Wärmewende in Nordfriesland voranzutreiben. „Die Herausforderung bestand dabei immer in dem zu lösenden Zielkonflikt zwischen Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und Bezahlbarkeit“, so Dr. Jan Schulz, Geschäftsführer der Stadtwerke Nordfriesland. Durch die Förderung löse sich dieser Zielkonflikt. Rund rd. 37 % der zu erwartenden Gesamtkosten des Projekts können damit gedeckt werden.
„Wir haben über einen Zeitraum von einem Jahr enormen Aufwand betrieben, um das anspruchsvolle Beantragungsverfahren für die Förderung erfolgreich zu bestehen. Umso mehr freuen wir uns jetzt, den positiven Zuwendungsbescheid für dieses Projekt in den Händen zu halten", sagt Frank Christiansen, zuständiger Projektleiter bei den Stadtwerken Nordfriesland. „Das Wärmekonzept kalte Nahwärme zeigt, dass die Gemeinde Leck mit dem Know-how der Stadtwerke Nordfriesland in der Lage ist, innovative und umweltfreundliche Lösungen umzusetzen."
Kalte Nahwärme
Im November 2022 wurde mit den Bauarbeiten für das erste KNW-Projekt in Leck begonnen. Im ersten Bauabschnitt werden 153 Abnahmestellen mit kalter Nahwärme versorgt, darunter eine Kita, eine Seniorenanlage sowie Ein- und Zweifamilienhäuser mit Grundstücksgrößen von 600 bis 700 m2. Alle Gebäude sollen mit dem innovativen Konzept mit Wärme versorgt werden; es besteht ein Anschluss- und Benutzungszwang.
Kollektorfelder im Erdreich entziehen der Erde 5 bis 10 °C Wärme, die über ein Sole-Wassergemisch zu den Häusern geleitet und mit separaten Wärmepumpen verdichtet wird. Die erzeugte Energie in Form von Wärme wird zur Beheizung des Gebäudes und zur Erwärmung des Trinkwassers genutzt. Anschließend fließt die abgekühlte Sole zurück zum Kollektorfeld, nimmt erneut Temperatur auf und der Prozess beginnt von vorn. Im Sommer wirkt das Konzept genau umgekehrt, dadurch kann das Haus gekühlt und dem Erdreich Energie wieder zugeführt werden. Dazu wird die Fließrichtung einfach umgekehrt.
Während der Heizperiode werden auf diese Weise 73,7 % des Wärmebedarfs durch die Quellenergie aus dem Erdreich gedeckt. Reicht diese Energie nicht aus, wird zusätzlich Strom zum Heizen benötigt. Für das Baugebiet in Leck wird ein Gesamtwärmebedarf von jährlich 1.521 MWh veranschlagt.