Holz und Biogas liefern Wärme
Der Wärmebedarf der Erzabtei beträgt etwa 5,6 GWh/a und kann zu etwa 99 % selbst gedeckt werden. Bis 2008 waren es jährlich noch etwa 7 GWh, entsprechend 700 000 l Heizöl. Die dann vorgenommene Wärmedämmung von einem Viertel aller Dächer konnte den Bedarf aber spürbar senken. Durch die erneuerbaren Energien und die Einsparungen müssen heute nur noch 3 % der ursprünglichen Heizölmenge eingesetzt werden.
Den Hauptanteil des Wärmebedarfs decken die Biogasanlage und die Holzheizungen (Bild 2): Die Abwärme der Biogasanlage macht dabei 65 % aus (etwa 3,7 GWh). Der Rest von etwa 1,9 GWh wird von September bis April mit den Hackschnitzeln erzeugt. Diese kommen zum Großteil aus dem eigenen Wald: Bewirtschaftet wird dieser von Angestellten zusammen mit einem Mitbruder.
„Die gefällten Holzstämme werden ein Jahr im Freien gelagert. Dadurch trocknen sie merklich aus“, berichtet Bruder Josef. Dann werden sie zu Holzhackschnitzeln verarbeitet. Auf dem Gelände gibt es Lagerplatz für den Jahresvorrat an Hackschnitzeln. „Auf diesem Wege sind wir unabhängig und können in Ruhe im Laufe des Jahres Hackschnitzel erzeugen oder günstig einkaufen.“ Der Gas- und Ölkessel in der Energiezentrale lieferte im vergangenen Jahr 46 MWh Wärmeenergie, was rd. 4 600 l Heizöl entspricht, d. h. unter 1 %. „Eine ähnliche kleine Menge an Wärme steuerte noch ein Ölkessel in der Schule bei“, so Bruder Josef.
Energiezentrale mit Hackschnitzelanlagen
Die in transparenter Glas-Holz-Architektur errichtete Energiezentrale umfasst zwei Hackschnitzelkessel mit 350 und 700 kW Leistung (Bild 3). Die Wärmespitzen am Morgen und Mittag puffert ein 55 m3 fassender Warmwasserspeicher ab. Im Sommer reicht die Wärme der Biogas-Blockheizkraftwerke (BHKW), um den Bedarf zu decken. „Ab Oktober schalten wir dann die Holzhackschnitzelkessel ein, die wir gestuft fahren können“, so Bruder Josef.
Zur Information der vielen Besucher, die das Klostergelände das ganze Jahr über besichtigen, ist die Heizzentrale von der Straße aus durch ein großes Schaufenster einsehbar. Modern gestaltete Informationstafeln erläutern anschaulich, wie die Energieversorgung organisiert ist. Zu sehen sind auch Ausstellungsstücke der Wärmenetzrohre. Das futuristisch anmutende Bauwerk wird nach Einbruch der Dunkelheit außerdem von innen mit einer künstlerisch gestalteten Lichtinstallation erleuchtet. Die Farbeffekte wechseln ständig, was das Gebäude zu einer besonderen Attraktion macht.
Biogasanlage mit Gasspeicher
Direkt neben dem Kuhstall befindet sich die Biogasanlage, die neben den Holzheizungen das zweite Standbein der Energieversorgung bildet: Sie besteht aus zwei Fermentern und einem Lagerbehälter für die Gärreste (Bild 4). Der Gasspeicher fasst die Erzeugung von acht Stunden. Das erste BHKW wurde im Jahr 2012 um ein weiteres ergänzt, sodass nun 500 kW elektrische und 600 kW thermische Leistung zur Verfügung stehen.
Die in der Biogasanlage eingesetzten Substrate sind Rindergülle von 170 Tieren, Mais und Gras, auch Hühnermist vom Geflügelhof wird beigemischt. Die Substrate stammen aus den eigenen Betrieben oder von Flächen aus der näheren Umgebung bis 14 km Entfernung. Das gilt auch für das verfeuerte Holz. „Wir haben ausreichend bewirtschaftetes Land, um den größten Teil der Substrate selbst zu
erzeugen“, so Bruder Josef. Die Ausscheidungen der Kühe werden auf einem Spaltenboden mit Schiebern gesammelt, verdünnt und dann direkt in die 30 m entfernten Fermenter gepumpt. „Für den reibungslosen Betrieb im Bereich Landwirtschaft und Wald zusammen sorgen drei Mitbrüder mit Angestellten“, berichtet Bruder Josef.

