Eine positive Bilanz zieht Wärme Hamburg für das erste Geschäftsjahr, denn der Verlust ist geringer ausgefallen als geplant.

Christian Heine, kaufmännischer Geschäftsführer der Wärme Hamburg, präsentierte im Rahmen der virtuellen Pressekonferenz die Bilanz des Unternehmens für das erste Geschäftsjahr (Quelle: Laufkötter)

Vor allem die erwarteten Trennungskosten vom Vattenfall-Konzern sind um 11,7 Mio. € geringer ausgefallen als geplant. Die Corona-Pandemie hat sich mit rd. 4 Mio. € nur mäßig auf die Unternehmenszahlen ausgewirkt.

Als Schlüsselakteur und Vorreiter der Energie- und Wärmewende bezeichnete Jens Kerstan, Hamburgs Senator für Umwelt, Energie und Klima sowie Aufsichtsratsvorsitzender der Wärme Hamburg das Unternehmen: „Unser Klimaplan sieht den ehrgeizigen Ausbau der Fernwärme vor. Dieser Bereich bietet ein enormes Potenzial, um beim Klimaschutz voranzukommen.“

Im Jahr 2020 hat das Unternehmen Gesamtinvestitionen von 52,2 Mio. € getätigt. Davon fielen allein 20,8 Mio. € auf die Erzeugung und 11 Mio. € auf das Fernwärmesystem. Hier sei das Geld vor allem in den Bau der Südleitung geflossen, so Christian Heine, kaufmännischer Geschäftsführer der Wärme Hamburg, der die Bilanz des Unternehmens präsentierte.

Im Rahmen einer Dekarbonisierungsstrategie will Wärme Hamburg bis 2030 aus der Wärme- und Stromerzeugung aus Kohle aussteigen und mit Einsparungen von rd. 600.000 t p.a. (ggü. 2020) den größten Einzelbeitrag zum Erreichen der Hamburger Klimaziele erbringen. Beim Heizkraftwerk Wedel sollen zunächst durch eine einsatzoptimierte Fahrweise und modifizierte Einsatzplanung 100.000 t CO2 eingespart werden. Weitere 50.000 t CO2-Einsparung soll eine Power-to-Heat-Anlage bringen. Ab 2025 wird dann der Energiepark Hafen das Heizkraftwerk Wedel ablösen. Wärme Hamburg setzt dabei auf klimaneutrale Quellen in Kombination mit einer Gas- und Dampfturbinenanlage zur Absicherung der Wärmeversorgung. Während die Realisierung des Energieparks Hafen eine jährliche CO2-Reduzierung von 360.000 t bringen soll, sind es bei der Ablösung des Kohlekraftwerks Tiefstack bis 2030 jährlich 240.000 t CO2. Hinsichtlich Tiefstack ist Wärme Hamburg seit vergangenem Jahr in einem Dialogprozess mit Akteuren der Zivilgesellschaft, um mehr Akzeptanz und Transparenz zu erreichen.

„Unser Team der Wärme Hamburg arbeitet mit Hochdruck an der Ablösung verbliebener Kohlekraftwerke und der Errichtung neuer Speicher- und Sektorenkopplungstechnologien wie beispielsweise Aquiferspeicher und neue Power-to-Heat-Anlagen“, sagte der technische Geschäftsführer Michael Beckereit, der von den Projekten von Wärme Hamburg berichtete. So soll z.B. durch die Förderzusage durch das Norddeutsche Reallabor 2022/2023 ein Aquiferspeicher mit 2,6 MW Speicherleistung und zunächst 5 GWh(th) Kapazität in Tiefstack geplant und errichtet werden, um Abwärme eines Stahlwerks, die im Sommer nicht genutzt werden kann, für den Winter zwischenzuspeichern.

EHP-Redaktion

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