Die mtu-Gasaggregate werden in 6 x 4 identischen Einheiten zu jeweils 10 MW gebündelt.

Die mtu-Gasaggregate werden in 6 x 4 identischen Einheiten zu jeweils 10 MW gebündelt. (Bildquelle: Rolls-Royce Power Systems AG)

Hintergrund des Projekts ist der rasante Ausbau erneuerbarer Energien und der wachsende Strombedarf durch Elektromobilität und elektrische Heizsysteme. Diese Entwicklungen stellen Verteilnetze in ganz Europa vor neue Herausforderungen. Besonders in der Region Utrecht erwartet Stedin ab 2026 eine stark steigende Netzlast – mit einem prognostizierten Engpass von bis zu 250 MW. Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, setzt der Netzbetreiber in bestimmten Regionen erstmalig in den Niederlanden auf mobile, dezentral einsetzbare Stromerzeugung.

Die 20-Zylinder-mtu-Gasaggregate der Baureihe 4000 L64 FNER werden in sechs identischen Einheiten zu jeweils 10 MW gebündelt. Die Stromerzeuger sind modular aufgebaut, in Containern untergebracht und freistehend auf Fundamenten installiert. Bei Bedarf können sie in modularen Blöcken an neue Standorte innerhalb der Niederlande versetzt werden. So können sie gezielt dort betrieben werden, wo Netzunterstützung gerade am dringendsten benötigt wird und dann, wenn der Energiebedarf extrem hoch ist – wie beispielsweise in den Wintermonaten, wenn es kalt ist.

„Mit unseren flexiblen und verlegbaren Aggregaten bieten wir schnelle und anpassungsfähige Lösungen zur Netzstabilisierung – ein wesentlicher Baustein für eine erfolgreiche Energiewende“, sagt Niels Steigstra, Managing Director Rolls-Royce Solutions Benelux.

Rolls-Royce verantwortet auch die vollständige Umsetzung des EPC-Umfangs (Engineering, Procurement, Construction) – darunter Tiefbauarbeiten, ein Gebäude für den 10-kV-Netzanschluss, die containerisierten Aggregate selbst sowie sämtliche elektrischen Installationen inklusive Steuerungstechnik. Die Anlagen werden von Flexpowernet betrieben. Ihr temporärer Einsatz ist zunächst bis 2036 vorgesehen – parallel dazu wird der Ausbau des lokalen Stromnetzes vorangetrieben. Die Installation und die Inbetriebnahme sind für Mitte des kommenden Jahres geplant. Rolls-Royce wurde auch mit der Wartung und einer Verfügbarkeitsgarantie über zehn Jahre beauftragt.

ew-Redaktion

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