
Bild 1. Vergleich der Übertragungsstandards im Mobilfunkbereich.
Vorbereitung auf den Shutdown
Vor allem bei großen Versorgungsnetzen, so Ross weiter, müssten Unternehmen ihren Gerätebestand einer umfassenden Inventur unterziehen, einschließlich der Identifikation der verwendeten Mobilfunktechnologien, der Dokumentation der Namen und Teilenummern des Mobilfunkmodul-Anbieters sowie der Erfassung der physischen Standorte der Geräte.
Anschließend erfolgt eine Priorisierung zur Planung der Migrationsreihenfolge. Anlagen mit direkter Kritis-Relevanz müssen dabei vorrangig aktualisiert werden.
Im nächsten Schritt sollten Unternehmen über den aktuellen und künftigen Konnektivitätsbedarf ihrer Geräte und Lösungen nachdenken. Werden Daten kontinuierlich oder in Schüben übertragen? Steht Netzstrom zur Verfügung oder ist ein Batterie- oder Solarbetrieb die bessere Option? Wo befinden sich die Geräte (sowohl geografisch als auch drinnen/draußen, ober-/unterirdisch)? Senden die Geräte aus der Bewegung heraus oder sind sie stationär? Werden ausschließlich Daten übertragen oder auch Sprache und SMS?
Für jede Anwendung gibt es mittlerweile zukunftssichere, maßgeschneiderte Mobilfunknetze (Bild 1). Intelligente Messsysteme sind oft tief im Gebäudekern verborgen, sodass sich zur optimalen Gebäudedurchdringung des Mobilfunks niedrige Frequenzbänder wie 700 MHz, 800 MHz und 900 MHz eignen. Diese langwelligen Signale dringen weitaus besser durch Betonwände und Isolierverglasungen als höhere Frequenzen. Für die sporadische Übertragung von Zählerständen wäre 5G im 700-MHz-Band jedoch überdimensioniert. Energiesparender für diese Anwendung ist zum Beispiel NB-IoT. Da aber kein Handover zwischen den Funkzellen möglich ist, eignet sich NB-IoT lediglich für stationäre Anlagen und Geräte. Außerdem reicht die Kapazität von NB-IoT lediglich für Datenübertragungen bis unter 5 MB je Monat aus. LTE-M dagegen ist auch bei mobilen Endgeräten und bei anspruchsvollerem Datenverkehr einsetzbar.
Die Hardware macht den Unterschied
Im Rahmen der Inventur sollte auch geprüft werden, ob Anlagen und Endgeräte aktuellen und künftigen Standards hinsichtlich der Sicherheit und der neuesten Industriestandards entsprechen. Ein entscheidender Vorteil sind Router, Gateways und Endgeräte mit integrierter eSIM. Über den neuen Standard SGP.32 ist eine Fernwartung der Datenverbindung möglich. So können Betreiber- und Tarifwechsel over the air durchgeführt werden. Ein physischer Austausch von SIM-Karten ist damit nicht mehr notwendig.
»Für Anwendungen, die bisher über das 2G-Netz Daten übertragen haben, stellt beispielsweise der Teltonika RUT241 mit seinen kompakten Abmessungen eine professionelle Lösung dar«, sagt Chris Schulze, Senior Account Manager Germany bei Teltonika. »Besonders die Möglichkeit, wahlweise eine klassische SIM oder eSIM zu nutzen, eröffnet flexible Optionen für einen unkomplizierten Providerwechsel per Over-the-Air-Management sowie für Multi-Netz-Strategien.«
Auch wenn die Umstellung zunächst mit organisatorischem Aufwand und möglicherweise Investitionen verbunden ist, bietet der 2G-Shutdown enorme Chancen. Der Wechsel zwingt zu nachhaltiger Modernisierung der Vernetzung und macht die Kritis-Infrastruktur langfristig zukunftssicher und kosteneffizienter.
»Die Vernetzung ist eine weitreichende Zukunftsentscheidung für die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens«, sagt Timo Ross. »Unser Ziel ist es, auch im Fall eines Retrofits volle Flexibilität in Bezug auf Tarife und Mobilfunknetze zu gewährleisten. Deswegen liefern wir nicht nur die maßgeschneiderte Konnektivität für kleine Datenmengen, sondern auch professionelle, langlebige Hardware.«
Christoph Holowaty,
Wireless Logic mdex GmbH, Tangstedt (christoph.holowaty@mdex.de ; www.wirelesslogic.com)