Alexander Littwin, Director bei PwC Deutschland

Alexander Littwin, Director bei PwC Deutschland: „Die Fortschritte im Rollout sind erfreulich, allerdings variiert die Prozessreife innerhalb aller Größenklassen deutlich“. (Bildquelle: PwC)

Das Tempo ist da, die belastbare Planung fehlt vielerorts noch: Der Smart-Meter-Rollout in Deutschland tritt in die Skalierungsphase ein. Zum Jahresende 2025 lag die Quote für den verpflichtenden Einbau intelligenter Messsysteme bei rund 23 %, drei Prozentpunkte über dem gesetzlichen Etappenziel. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass sich dieser Wert auf die aggregierte Betrachtung aller grundzuständigen Messstellenbetreiber (gMSB) bezieht. Auf Ebene der einzelnen gMSB zeigte sich ein deutlich differenzierteres Bild: Zahlreiche Messstellenbetreiber verfehlten ihre individuellen Rollout-Ziele. Weiterhin bestehen große Unterschiede bei der Prozessreife der grundzuständigen Messstellenbetreiber (gMSB): 57 % schätzen sich als überwiegend skalierungsfähig ein, als vollständig skalierungsfähig stuft sich kein Unternehmen ein. Zu diesem Ergebnis kommt die Smart-Meter Studie 2026 der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland (PwC), für die 37 gMSB befragt wurden. Die teilnehmenden Unternehmen decken rund 21 % der deutschen Messlokationen ab.

Große Unterschiede im Reifegrad und der strategischen Planung

„Die Fortschritte im Rollout sind erfreulich, allerdings variiert die Prozessreife innerhalb aller Größenklassen deutlich“, sagt Alexander Littwin, Director bei PwC Deutschland. „Einige Messstellenbetreiber haben bereits Strukturen geschaffen, die als Orientierung dienen können. Für die nächste Phase müssen daraus Standards entstehen, die in der Breite wirken und auch bei steigenden Einbauzahlen tragfähig sind“, erklärt er. Der durchschnittliche Reifegrad der befragten gMSB liegt bei 2,7 von 5. Die individuellen Werte reichen dabei aber von rund 1,2 bis 3,8. Gleichzeitig plant fast die Hälfte (49 %) die Rollout-Mengen manuell, weitere 30 % kombinieren ein Planungstool mit Excel. Für den weiteren Hochlauf braucht es hier eine engere Verzahnung zwischen Planung, Beschaffung, Installation und der Zusammenarbeit mit Dienstleistern.

Ersteinbauten scheitern regelmäßig an den Voraussetzungen vor Ort

In 74 % der Fälle gelingt die Installation im ersten Versuch. Bleibt ein Einbauversuch erfolglos, liegen die Gründe nur selten bei Monteur und Ausführung (8 %) oder Lücken in Prozess und Planung (5 %). Unter den zunächst erfolglosen Installationen nennen die gMSB vor allem die fehlende WAN-Anbindung sowie Probleme im Umfeld des Einbaus, zum Beispiel die Abwesenheit von Kunden oder einen fehlenden Zugang zur Anlage (jeweils 84 %). In 60 % dieser Fälle erschweren zudem bauliche Gründe wie der Anlagenzustand oder Platzmangel die Installation.

Kundensicht aktiv für Verbesserungen nutzen

Eine weitere Schwachstelle beim Rollout ist die Aufarbeitung nach der Installation. Drei Viertel (75 %) der gMSB erfassen weder die Kundenzufriedenheit noch die Ursachen von Beschwerden systematisch. Zwar setzen 70 % digitale Informationen wie FAQ-Seiten oder Erklärvideos ein, 84 % nutzen jedoch kein eigenes CRM- oder Ticketsystem. „In der nächsten Phase zählt nicht allein, wie viele Smart Meter installiert werden. Der Erfolg wird auch daran gemessen, ob aus den Erfahrungen im laufenden Betrieb konkrete Verbesserungen entstehen. Dafür müssen die gMSB die gesamte Kette im Blick behalten – von der Planung über den Einbau bis zur Rückmeldung der Kunden. Wer diese Verbindung herstellt, schafft die Grundlage für einen verlässlichen Ausbau in der Breite“, sagt Ralf Eichmann, Senior Manager bei PwC Deutschland.

ew-Redaktion

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